bauhausTWINS Postdam

bauhausTWINS, Potsdam, 2018, © zukunftsgeraeusche

Premiere auf dem Konvent der Baukultur in Potsdam: Als räumliche Assemblage im großen Maßstab lud die Installation bauhausTWINS von zukunftsgeraeusche ein, sich mit dem Erbe der Moderne zu befassen. Im Laufe des Bauhaus-Jahres 2019 reist die Installation als zentrales Objekt für ein Festival mit dem Goethe-Institut und weiteren Partnern nach Mittel- und Osteuropa.

bauhausTWINS ist eine begehbare Installation mit wiederverwendeten Fassadenelementen aus der Atelierhaus-Fassade des Bauhauses Dessau, die aus dessen großer Sanierung von 1976 stammen.

Die Fenster- und Tür-Elemente wurden anlässlich der neuerlichen Sanierung des Bauhaus-Gebäudes im Jahr 2011 ausgebaut und von der Stiftung Bauhaus Dessau an zukunftsgeraeusche zur Verfügung gestellt und sind ein Teil des Gesamtprojekts bauhaus reuse.

Die Installation besteht aus einer feuerverzinkten Stahlkonstruktion in der die wiederverwendeten Elemente in unterschiedlichen Konstellationen gehängt sind und eine Art Bühne, verschiedene Ebenen und Raumsituationen erschaffen.

Die Konstruktion ist allseitig offen und stellt aus jeder Richtung einen anderen räumlichen Eindruck und Zugang her: vom Maßstab der Studienräume des Atelierhauses hin zu einer offenen, sich auflösenden Struktur, die einen erweiterten Kontext und Raum für Reflexionen eröffnet.

Auf dem Schirrhof des Areals Schiffbauergasse in Potsdam diente das Projekt bauhausTWINS als künstlerische Ergänzung und Anregung in der Auseinandersetzung mit den Themen, die auch im Baukulturbericht 2018/19 der Bundesstiftung Baukultur „Erbe – Bestand – Zukunft“ verhandelt werden: dem Umgang mit dem Erbe der Moderne, der nachhaltigen Weiterentwicklung und der „Assemblage“ auch im Sinne eines Umbauens und Neuzusammenfügens unserer Städte und Bauwerke.

bauhausTWINS spielt mit dem englischen Begriff twinning, der nicht nur übertragen für den Vorgang der Wiederverwendung in einem neuen Kontext und für das besondere Phänomen der zeitgleichen Existenz zweier Versionen der Fassaden-Elemente steht (der Rekonstruktionen von 1976 und von 2011), sondern auch Partnerschaft bedeutet, in diesem Sinne bei Städtepartnerschaften oder im Beitrittsprozess zur Europäischen Union Verwendung findet, sowie passenderweise die Verkupplung im Stahlbau bezeichnet.

Die Installation auf dem Schirrhof fungierte in diesem Sinne als künstlerisches und räumliches Verbindungs- und Verkupplungselement zwischen den Veranstaltungsorten des Konvents.

An der Herstellung der Installation waren Auszubildende des Kompetenzzentrums für nachhaltiges Bauen in Cottbus beteiligt. Sie übernahmen die behutsame Aufarbeitung der Elemente zur Bestandssicherung, die Überarbeitung von Schäden und den Ersatz von Verglasungen. Wobei weder eine Rekonstruktionen noch eine denkmalgerechte Sanierung im Vordergrund standen, sondern die Auseinandersetzung mit Baukultur in Ausbildung und Lehre, für die Beschäftigung mit den Elementen der Moderne als eine Art „Ready-Made“ und als kulturelles Medium.

bauhausTWINS Postdam

Premiere at the Convent of Baukultur in Potsdam: As a large-scale spatial assemblage, the installation bauhausTWINS made an invitation to get in touch with the legacy of modernism. In the course of the Bauhaus year 2019, the installation travels to central and eastern Europe as the main object for a festival with the Goethe-Institut and other partners.

bauhausTWINS is a walk-in installation with reused façade elements from the studio façade of the Bauhaus Dessau, which originated from its extensive refurbishment in 1976. The window and door elements were dismantled on the occasion of the further renewal of the Bauhaus building in 2011 and were provided to zukunftsgeraeusche by the Bauhaus Dessau Foundation and since  part of the overall project bauhaus reuse.

The installation consists of a hot-dip galvanized steel structure in which the reused elements are hanging in different constellations and create a kind of stage, different levels and spatial situations. The construction is open on all sides and introduces a different spatial impressions and access from every direction: from the scale of the study rooms of the studio building to an open structure that expands the context and space for reflection.

On the Schirrhof of the Schiffbauergasse area in Potsdam, the bauhausTWINS project served as an artistic supplement and inspiration in dealing with the topics that are also being negotiated in the Baukultur Report 2018/19 of the Federal Foundation for Baukultur “Heritage – Preservation – Future”: dealing with the heritage of the Modernity, sustainable development and “assemblage” also in the sense of rebuilding and reassembling our cities and buildings.

bauhausTWINS plays with the English word twinning, which is in German not only translated for the process of reuse in a new context and stands for the special phenomenon of the simultaneous existence of two versions of the facade elements (the reconstructions of 1976 and 2011), but stands also for partnership, is used in this sense in town twinning or in the accession process to the European Union, as well as stands very suitable stands for couplings in steel constructions.

In this sense, the installation on the Schirrhof acted as an artistic and spatial connection and coupling element between the venues of the convent.

Apprentices from the Competence Center for Sustainable Construction in Cottbus participated in the installation. They took over the careful processing of the elements for the protection of existing substance, the repair of damages and the replacement of glazing. Whereby neither reconstructions nor a refurbishment appropriate to historic monuments stood in the foreground, but the confrontation with Baukultur in education and teaching, for the study of the elements of modernism as a kind of “ready-made” and as a cultural medium.