Buchpräsentation Vermessene Räume, gespannte Beziehungen

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Metrics rules! ist der Imperativ der Stunde. Quantifizierende „Formen sozialer Rangbildung“ (Steffen Mau), also Verfahren der kalkulatorischen Steuerung und metrisierten Leistungs­erfassung und -beurteilung, beherrschen den hochschulischen Alltag mehr denn je. Arith­metische Verfahren der Erfassung und Bewertung akademischer Leistungen versprechen Transparenz, objektive Beurteilungsmöglichkeiten und mehr Entscheidungsqualität. Sie fügen sich ein in die Universalisierung des im Modus numerischer Vergleiche operierenden Wett­bewerbs; sie haben Teil an der Durchdringung von immer mehr Lebensbereichen mit daten- und indikatorenbasierten Formen der Bewertung und Kontrolle, an der Ersetzung von „Fragen nach Rechenschaft und Verantwortung durch Methoden des Rechnungswesens“ (Bill Readings), an der Normalisierung von quantifizierenden Grammatiken der Klassifikation, Differenzbildung und Hierarchisierung. Kennziffern gelten als Verbündete für Gleichstellungs- und Diversitätspolitiken, impact factors regieren das Publikationsverhalten der einzelnen Wissenschaftler_in, Benchmarkings und internationale Rankings steuern die strategische Ausrichtung von Universitäten, Leistungspunkt-Systeme machen aus dem Studium eine (auch) buchhalterische Aktivität, bei der am Ende weniger zählt, was studiert wurde, als der Saldo des ECTS-Kontos.

Vermessene Räume, gespannte Beziehungen untersucht die Bedeutung dieser Verände­rungen für die Geschlechterdynamiken an Hochschulen, für Karriereverläufe von Wissen­schaftlerinnen und Wissenschaftlern, für Gleichstellungspolitiken und die Gender Studies und fragt, wie diese selbst in jene Dynamiken eingebunden sind.

Es diskutieren die Herausgeber*innen Sabine Hark (TU Berlin) und Johanna Hofbauer (WU Wien) und Autorinnen des Bandes (Aline Oloff, TU Berlin; Ilse Costas, Uni Göttingen) mit Steffen Mau (HU Berlin), Autor von Das metrische Wir. Über die Quantifizierung des Sozialen (Suhrkamp 2017).

Moderation: Angela Ittel (TU Berlin, Vizepräsidentin für strategische Entwicklung, Nachwuchs und Lehrkräftebildung)

(Quelle: https://www.zifg.tu-berlin.de)