Kunstaktion MIGRATOURISPACE
Zur Berlin Art Week und zum Auftakt des 40. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) verwandelt sich der „bauhaus reuse“- Pavillon am Berliner Ernst-Reuter-Platz in eine temporäre Kunstinstallation. Der diesjährige DGS-Kongress „Gesellschaft unter Spannung“ findet Corona bedingt nicht wie geplant an der TU Berlin, sondern ausschließlich digital statt.
Aus diesem Anlass setzt der Sonderforschungsbereich (SFB 1265) “Re-Figuration von Räumen” an der TU Berlin mit der Kunstaktion ein visuelles Zeichen im öffentlichen Raum und schafft dem Kongress der DGS so einen „Raum“ in digitalen Zeiten.
Vom 11. bis 18. September 2020 ist am „bauhaus reuse“-Pavillon von außen eine umlaufende Bilderinstallation der Künstlerin Stefanie Bürkle zu sehen. Zwei Bilderserien geben einen ersten Einblick in das aktuelle Kunst- und Forschungsprojekt „MIGRATOURISPACE, Raummigration und Tourismus“, das sich mit dem Reisen als einer Annäherung an die Phänomene Migration und Tourismus beschäftigt. Im Projekt geht es um das Reisen von Bildern, Menschen und Räumen. Die Bilderserie bindet Motive aus Korea, Berlin und China in den öffentlichen Raum ein. So entstehen neue räumliche bildhafte Überlagerungen zwischen den Bildern, dem Bauhaus Glaspavillon und dem Ernst-Reuter-Platz.

© zukunftsgeraeusche

DAS PROJEKT
Das Projekt „MIGRATOURISPACE“ untersucht die Überlagerung von Migration und Tourismus. Raummigration meint Migration, bei der mit den Menschen auch Räume wandern. Tourismus meint nicht mehr Urlaub als Ausnahmezustand, sondern auch im Alltag integrierte Erlebnisse. Die als Case Studies ausgewählten Orte in Korea und Deutschland, das vietnamesische Großhandelszentrum Dong Xuan Center in Berlin Lichtenberg und das deutsche Dorf Dogil Maeul in Südkorea, stehen für das Spannungsfeld zwischen einer Migration kulturell kodierter räumlicher Kontexte und touristischen Praktiken.
Im Kontext des interdisziplinären Forschungsverbunds des SFB 1265 untersucht Stefanie Bürkle mit ihrem Team vier Jahre lang die Überlagerung und Wechselwirkung der Phänomene „Migration“ und „Tourismus“ in urbanen Kontexten und deren Auswirkungen auf den städtischen Raum. Die durch den Corona-Lockdown bedingten Veränderungen verdeutlichen die touristischen Implikationen im Stadtraum.