Konzept und Mission-Statement 2020

zum derzeitigen Programm-Konzept BHR OX goes DIGITAL

Das intensive Programm im BHR OX bauhaus reuse in 2019, anlässlich der Eröffnung und des Bauhaus-Jubiläumsjahrs, ging mit einer Fülle von Veranstaltungen einher. Die Inhalte des Programms des BHR OX – wobei ursächlich stark mit dem Kontext Bauhaus verbunden – öffneten sich bereits in eine breitere Auseinandersetzung mit der Moderne und den Herausforderungen der Gesellschaft und Stadtentwicklung von Heute und Morgen.

Ausgehend von der Überschrift „Erbe der Moderne – Zukunft der Stadt“ wurde in 2019 ein weiterführender baukultureller, gesellschaftlicher und politischer Zusammenhang erschlossen, der mit der Aufgabe des BHR OX bauhaus reuse als transdisziplinäres Zentrum und Stadtlabor verbunden ist. Zudem hat die Lehrbaustelle zur Errichtung des bauhaus reuse einen eigenen Akzent zum Handwerklichen und auch damit hin zum Transdisziplinären gesetzt – im Wechsel mit den kulturellen und akademischen Formaten – der mit seiner tatsächlich praktischen Bildungskomponente im Vergleich zu den allgemeinen Bauhaus-Feierlichkeiten einen einzigartigen Beitrag dargestellte. An deren Ende und zu Beginn des Jahres 2020 steht die Fertigstellung des Zentrums als Werkstatt und Labor für die nächsten Jahre.

In 2020 soll diese thematische Breite und transdisziplinäre Arbeit im Programm des BHR OX bauhaus reuse weiter ausgebaut werden. Nicht nur zu Beginn – ein wenig als ein „Transition Year“ weg vom „Bauhaus-Overkill“ – sollen der Charakter des Zentrums als transdisziplinäre Projekt-Werkstatt und das Labor in den Vordergrund rücken. Das heißt: perspektivische Projekt-Entwicklungen, kooperative Projekt-Anträge und Dialoge, Seminare und Workshops mit den Universitäten, inhaltliche Arbeit direkt vor Ort, wiederum auch praktische Lehrbaustellen, mit transdisziplinärem Bildungsaustausch und weiterführende Netzwerkbildung.

Die Themen werden unter anderem sein: Moderne Vielfalt, Nachhaltige Stadtentwicklung und Baukultur, soziale Entwicklung und Klimaschutz, Kreislaufgesellschaft, Baukultur und Politik / Demokratie, Moderne Gesellschaft und Emanzipation sowie der Ernst-Reuter-Platz selbst – und werden wiederholt einen Fokus auf Mitteleuropa sowie Osteuropa beinhalten.

Nach dem Bauhaus-Jahr und der Rückbesinnung auf die Entstehung der Moderne in Mitteleuropa als Blüte der gesellschaftlichen, politischen und baukulturellen Emanzipation, wollen wir uns noch einmal mehr fragen was danach kam, wie wir seither leben, wie sich seither die Moderne, die moderne Kultur, entwickelt hat. Weniger eine Frage ob der tatsächlichen Postmoderne, mehr ist es das Interesse für eine moderne Vielfalt: für die pluralistischen, futuristischen und retro-futuristischen Konzepte und Interpretationen einer emanzipatorischen Moderne, von den Ursprüngen des Funktionalismus über die Realitäten und die Progressivität der Nachkriegsmoderne, bis zu den Zukunftsinterpretationen aus Science Fiction und den Genres des Punk. Unter dem Arbeitsthema „modernpunk“ überlagern sich die Entwicklungen von Subkulturen, Stadtgesellschaft und Baukultur.

Das Jahr 2019 war von Events und Jubiläen geprägt, das Jahr 2020 soll zunächst der tiefergehenden Erarbeitung, der Bereitung von weiterführenden Inhalten für die kommenden Jahre dienen. Dafür zentral ist es den Dialog fortzuführen mit den vielfältigen Projektpartner*innen sowie den Förderer*innen wie bspw. der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Deutsch Tschechischen Zukunftsfonds, dem Goethe-Institut, der Bundesstiftung Baukultur, dem Landesdenkmalamt u.a., die 2019 bereits involviert waren, oder jenen die 2020 neu hinzukommen werden.

In Rahmen des Programms sind selbstverständlich wiederum eine Vielzahl vielfältiger, öffentlicher sowie fachlicher Veranstaltungen geplant, zudem soll eine performative Auseinandersetzung mit den Themen eigenständige und inhaltlich anknüpfende Akzente setzen.
Unter anderem eine Fortsetzung der Diskussionsreihe „Die Qualität der Stadt“, in Zusammenarbeit mit der Architektenkammer Berlin, und weitere diskursive Formate, Vorträge, Workshops, Dialog- Veranstaltungen und inspirierende Ausstellungen werden in Kooperation mit engagierten Projekt- und Programmpartner*innen stattfinden – wie bspw. gleich im März zur CoLab-Konferenz der TU Berlin (verschoben: ein neuer Termin wird baldmöglichst bekannt gegeben) oder mit einer Ausstellung über den Architekten Ludwig Leo und dessen ikonisches Bauwerk, den Umlauftank der TU Berlin, von Mitte März bis Mitte April 2020 – verschoben in den Herbst 2020: zum Probeaufbau und zur virtuellen 360°Grad-Führung.

Unmittelbar im Anschluss mit Beginn Sommersemester 2020 wird das bauhaus reuse zum Arbeitstort für ein Studio mit der UdK zur Untersuchung und Wiederentdeckung bzw. Entwicklung eines zukünftigen Narrativs für den Ernst-Reuter-Platz, das in eine Ausstellung münden soll.

In diesem Kontext, eines der besonders auf dem Ernst-Reuter-Platz sichtbaren Projekte wird die denkmalgerechte Sanierung der Stadtmöblierung des Platzes als transdisziplinäres Bildungsprojekt mit der Knobelsdorff-Schule, UdK Berlin und TU Berlin sein, für die das bauhaus reuse der Ausgangspunkt und Werkstatt sein wird. Die Sanierung soll als Lehrbaustelle von Auszubildenden in Kombination mit transdisziplinären Workshops mit Studierenden stattfinden. Im Herbst 2020 soll die Stadtmöblierung wieder für die Bevölkerung nutzbar sein und damit vorab dem Düttmann-Jahr 2021, in dem sich der Geburtstag des Gestalters des Ernst-Reuter-Platzes einhundertmalig jährt.

Als transdisziplinäres Zentrum wird das BHR OX bauhaus reuse seine Aufgabe ausbauen, wesentliche Kooperationsprojekte anzustoßen sowie auch kleinere Projekte und Initiativen zu ermöglichen – und diesen inmitten der Stadt einen Raum zur Entwicklung und Präsentation zu bieten.
Im Mittelpunkt des Stadtlabors soll dabei die soziale und ökologische Stadtentwicklung stehen, besonders u.a. mit der Entwicklung des Projekts „Milieu- vs. Klimaschutz?“ in einer Kooperation aus TU Berlin, den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf und Neukölln, zukunftsgeraeusche GbR und weiteren Partner*innen aus Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft.

Dazu wird das BHR OX bauhaus reuse nach Abschluss der Soft-Opening-Phase im März 2020 in den Voll-Betrieb übergehen – zunächst eingeschränkt, aus den aktuellen Umständen, mit dem digitalen Programm BHR OX goes DIGITAL.

Die Soft-Opening-Phase bedeutete parallel Lehrbaustelle und beginnende Programm-Bespielung seit Mai 2019, während derer das bauhaus reuse als Bildungsangebot mit über 100 Bauauszubildenden der Knobelsdorff-Schule in sieben Fachgewerken fertiggestellt wurde; die Lehrbaustelle sollte im März 2020 fest abgeschlossen sein, musste jedoch wegen der aktuellen Krise kurz vorab pausieren, womit einige Arbeiten nachgeholt werden müssen. Wobei fachpraktische Workshops zur Weiterentwicklung des Gebäudes auch weiterhin Bestandteil des Projekts bleiben werden.

Der ab März 2020 geplante tägliche Betrieb wird voraussichtlich erst im Sommer oder Herbst 2020 beginnen können – bis dahin bieten die digitalen Formate von BHR OX goes DIGITAL ein abwechslungsreiches Programm an. Anschließend öffnet sich das bauhaus reuse als open bauhaus und Ort für den täglichen Besuch, mit unterschiedlichen öffentlich nutzbaren Angeboten, wie u.a. einem Info-Ort, einer digitalen Dauerausstellung über die Entwicklung des Ernst-Reuter-Platzes sowie mit einem Tages-Café, kostenlosem W-LAN und endlich wieder der Möglichkeit für den spontanen Aufenthalt vor Ort.

Für die weitere Information zum Programm 2020 und zum Nachlesen, Nachhören und Nachsehen des Programms von 2019 werden die Website und die Social-Media-Kanäle des BHR OX weiter ausgebaut – schon jetzt sind die Veranstaltungen aus dem letzten Jahr mit Fotos, Hintergrund-Informationen, Gästen und Video-Mitschnitten online abrufbar – wie zudem die aktuellen Programminhalte von BHR OX goes DIGITAL.

zukunftsgeraeusche / BHR OX bauhaus reuse | 2020

Concept and Mission-Statement 2020

refering to the current program-conzept BHR OX goes DIGITAL

The intensive program in the BHR OX bauhaus reuse on the occasion of the opening and the Bauhaus anniversary year in 2019 was accompanied by a wealth of events. The contents of the BHR OX program – which is originally tightly connected to the Bauhaus context – already opened up for a broader discussion of modernism and the challenges of society and urban development of today and tomorrow.

Starting with the heading “Heritage of Modernism – the Future of Cities”, a further architectural, social and political context was developed in 2019, which goes hand in hand with the role of BHR OX bauhaus reuse as a transdisciplinary center and city laboratory. In addition, the educational construction site for the building of the bauhaus reuse has set its own emphasis on craftsmanship and thus transdisciplinary – in alternation with its general, cultural and academic formats – which, with its actually practical educational component, made a unique contribution compared to the general Bauhaus celebrations . At its end and the beginning of 2020, the center will be completed as a workshop and laboratory for the next few years.

In 2020, this thematic spectrum and transdisciplinary work is to be further expanded in the BHR OX bauhaus reuse program. Not only at the beginning – in a sense as a “transition year” turning away from the “Bauhaus overkill” – the character of the center as a transdisciplinary project workshop and laboratory should come to the foreground, i.e.: perspective project developments, cooperative project applications and dialogues, seminars and workshops with the universities, content-related work on site, practical educational construction sites with transdisciplinary educational exchange and further networking.

The topics will include: Modern diversity, sustainable urban development and building culture, social development and climate protection, circular society, building culture and politics / democracy, modern society and emancipation as well as the Ernst-Reuter-Platz itself – and will in turn set a focus on Central Europe and Eastern Europe.

After the Bauhaus year and the return to the emergence of modernism in Central Europe as the blossoming of social, political and architectural emancipation, we want to ask ourselves once again what came afterwards, how we have lived since then, how did modernism and modern culture change since then as an umbrella term. It is less a question of the actual postmodernism, but more of an interest in a modern variety: for the pluralistic, futuristic and retro-futuristic concepts and interpretations of an emancipatory modernism, from the origins of functionalism to the realities and progressiveness of post-war modernism to theirs Future interpretations of science fiction and punk.

The year 2019 was marked by events and anniversaries. The year 2020 should initially serve the in-depth development and the preparation of further content for the coming years. For this, it is essential to continue the dialogue with the diverse project partners and sponsors such as the Federal Agency for Civic Education, the German Czech Future Fund, the Goethe Institute, the Federal Foundation for Building Culture, the Berlin Monument Authority and others that were already involved in 2019 or will be added in 2020.

Of course, a variety of diverse, public and professional events are planned as part of the program, and a performative discourse of the topics should set independent and content-related accents.
Among other things, a continuation of the series of discussions “The Quality of Cities”, in cooperation with the Berlin Chamber of Architects.  Further discursive formats, lectures, workshops, dialogue events and inspiring exhibitions will take place in cooperation with committed project and program partners – such as in March the CoLab conference of the TU Berlin (the current date had to be postponed, a new one will be announced shortly) or an exhibition about the architect Ludwig Leo and his iconic building, the circulation tank of the TU Berlin, from mid-March to mid-April 2020 – postponed to autumn 2020: here is the pilot installation with virtual 360° tour.

Immediately after the beginning of the summer semester 2020, the bauhaus reuse will become the place of work for a studio with the UdK to investigate and rediscover or develop a future narrative for Ernst-Reuter-Platz, which will lead to an exhibition.

In this context, one of the projects particularly visible on Ernst-Reuter-Platz will be the historically authentic renovation of the city’s street furniture as a transdisciplinary educational project with the Knobelsdorff School, UdK Berlin and TU Berlin, for which the bauhaus reuse will be the starting point and workshop. The renovation is to take place as an educational construction site for trainees in combination with transdisciplinary workshops with students from the UdK Berlin and TU Berlin. In the summer / fall of 2020, the street furniture should be usable again for the public and thus in advance the Düttmann year 2021, in which the birthday of the designer of Ernst-Reuter-Platz celebrates one hundred times.

As a transdisciplinary center, the BHR OX bauhaus reuse will expand its task of initiating essential cooperation projects as well as enabling smaller projects and initiatives – and offering them space for development and presentation in the middle of the city.
The focus of the city laboratory should be on social and ecological urban development, especially with the development of the project “Milieu- vs. Climate protection? ”In cooperation of TU Berlin, the districts of Charlottenburg-Wilmersdorf and Neukölln, zukunftsgeraeusche GbR and other partners from administration, civil society and business.

To this end, the BHR OX bauhaus reuse will go into full operation after completion of the soft opening phase in March 2020 – initially restricted, due to current circumstances, with the digital program BHR OX goes DIGITAL.

The soft-opening phase meant a parallel educational construction site and the beginning of the program since May 2019, during which the bauhaus reuse was completed as an educational program with more than 100 building trainees from the Knobelsdorff School in seven different trades; the training construction site was scheduled for completion in March 2020, but due to the current crisis it had to be paused shortly beforehand, so that some work had to be made up for. Practical workshops on the further development of the building will continue to be part of the project.

The daily operation planned from March 2020 will probably not be able to start until summer or autumn 2020 – until then, the digital formats of BHR OX goes DIGITAL offer a varied program. After that, the bauhaus reuse will open its doors as an open bauhaus and a place for daily visits, with various public services, such as an information point, a permanent digital exhibition on the development of Ernst-Reuter-Platz, a day café, free W-LAN and, finally, the opportunity for a spontaneous stay on site.

For further information on the 2020 program and to read, listen to and watch the 2019 program, the BHR OX website and social media channels will be further expanded – last year’s events are already available online with photos, background information, guests and video recordings – as is the current program content of BHR OX goes DIGITAL.

zukunftsgeraeusche  / BHR OX bauhaus reuse | 2020