Film-Tipps & Reviews
Das BHR OX bauhaus reuse erstellt unter dem derzeitigen Arbeitsthema “modernpunk” ein Archiv zum Themenfeld Stadt, Architektur, Moderne, Science-Fiction und Punk. Auf unserer Website stellen in losen Abständen einen Film-Tipp vor und wenn verfügbar, den Streaming-Link dazu.

Wir laden Sie ein an der Sammlung teilzunehmen und nehmen gerne Ihre Vorschläge an – die wir zusammen mit einer kurzen


#20 Filmtipp von Isabelle Kaiser (zukunftsgeraeusche)

Space is the Place

USA 1974, Regie: John Coney, 85 Minuten

© Rapid Eye Movies

Der Film ist ein Trip – ein schräger, wahnwitziger, psychedelischer Rausch. Queere afrofuturistische Drag Show und Blaxploitation. Schamanismus und magischer Surrealismus, schwarze Science-Fiction und Pharaonenkult. Und mitten drin Sun Ra der US- amerikanischer Jazzkomponist als würdevoller, majestätischer glitzernder Pharao der für die kosmische Emanzipation des Afrofuturismus steht.

Seit die Schwarzen von den Weißen gekidnappt und auf Sklavenschiffen über den Atlantik verschleppt wurden, sind sie ihrer Vergangenheit, ihrer afrikanischen Wurzeln, beraubt. Diesem Alptraum der Sklavenschiffe setzt Sun Ra den Traum vom Raumschiff entgegen.

Sun Ra will die gedemütigten Afro-Amerikaner mittels Musik und Technik in eine bessere Zukunft führen – sie endgültig vom Blick und der Zerstörungskraft der weißen Welt befreien und heilen. Sun Ra spielt Keyboard im Raumschiff, sein kosmischer Jazz ist der Treibstoff. Könnte das Raumschiff eine Metapher für unser Bewusstsein sein? Seitlich sitzen zwei riesige blutrot wirbelnde Augäpfel als Propeller. So kommt er zurück auf die Erde, um seine Jünger für das Projekt zu rekrutieren.


#19 Filmtipp von Isabelle Kaiser (zukunftsgeraeusche)

Der Mann, der vom Himmel fiel

UK 1976, Regie: Nicolas Roeg, 138 Minuten

© Constatin

In diesem Film landet der junge David Bowie als humanoid-reptiloider Außerirdischer, mit hübschen roten Haaren und blassen Teint unter dem Namen Thomas Jerome Newton im kargen Niemandsland der USA.

Er hat den Auftrag, den Wassermangel auf seinem Heimatplaneten zu beenden. Mithilfe bahnbrechender Erfindungen, die er mit auf die Erde gebracht hat, baut der feinsinnige und hyper-intelligente Alien in kurzer Zeit sein Wirtschaftsimperium „World Enterprises“ auf, mit dessen Finanzkraft er Wasser zu seinem Planeten transportieren will.

Doch zunächst muss sich Thomas an die irdischen Lebensrhythmen gewöhnen, die ihm anfangs ziemlich überfordern. In dem kleinen Hotel, in dem er absteigt, begegnet er dem Zimmermädchen Mary-Lou, die sich sogleich rührend um den ebenso seltsamen wie anziehenden Fremden kümmert, und rasch wird aus den beiden ein Liebespaar. Aber Thomas, der zu Hause eine Frau und zwei Kinder hat, hat eine Mission zu erfüllen und seine Rückkehr vorzubereiten. Seine Umtriebe auf der Erde bleiben allerdings nicht unbemerkt, und schließlich gerät der sanfte Schöne in die Hände von Ärzten und Wissenschaftlern, die sein ungewöhnliches Wesen skrupellos erforschen wollen.

David Bowie war zum Zeitpunkt des Filmdrehs auf dem Höhepunkt seiner Musik- und Drogenkarriere. In seinem Filmdebüt war er die Idealbesetzung für ein entfremdetes und isoliertes, extraterrestrisches Wesen.


#18 Filmtipp von Isabelle Kaiser (zukunftsgeraeusche)

Der wilde Planet / La Planète sauvage

Frankreich / Tschechoslowakei 1973, Regie: René Laloux, 72 Minuten

© Tamasa Distribution

Auf dem Planeten Ygam sind die menschenähnlichen Om den viel größeren Draags ausgeliefert. Die erwachsenen Draags töten sie wie Ungeziefer, von den Kleinen werden sie als Haustiere oder Puppen gehalten, was trotzdem ständige akute Lebensgefahr bedeutet.

Terr, zugleich Erzähler des Film, einem der Om, gelingt es aus seiner Draag-Familie zu fliehen und findet eine Gruppe freier Oms, die ebenfalls in einer rituellen, hierarchischen Gemeinschaft leben. Sie rüsten sich zum Gegenschlag gegen die Ywag und es kommt zu einem blutigem Krieg.

Der in den tschechoslowakischen Trickfilmstudios entstandene Film besticht durch seine dadaistische Bildgewalt und den berühmt gewordenen Soundtrack von Alain Goraguer. Das alles ergibt einen cineastischen Trip, der einmalig ist in der Filmgeschichte.


#10 Filmtipp von Isabelle Kaiser (zukunftsgeraeusche)

flüstern und SCHREIEN

DDR 1988, Regie: Dieter Schumann, 120 Minuten

© Tina Bar, DEFA Filmstiftung

Diesen Film habe ich während der Recherche für den Liederabend «Wir treiben die Liebe auf die Weide» am Sommerfestival 2019 am Kampnagel gesehen. «flüstern und SCHREIEN» hat mich vor allem emotional berührt. Hängengeblieben sind bei mir die feine und ehrliche Art der portraitieren Musiker*innen und ihren Fans.

Regisseur Dieter Schumann begleitete in den Jahren 1985 bis 1988 mehrere Underground-Musiker in der DDR. Die Aufnahmen und die Musik sind Ausdruck und Lebensgefühl einer Generation, die sich zunehmend von der offiziellen Staatsdoktrin abwendet und in gegenkulturellen Bewegungen nach eigenen Wegen in der Musik wie im Leben sucht. Wir sehen die letzte junge Generation der DDR voller Ideen, die 1989 keiner mehr hören wollte.

Porträtiert werden die Band Feeling B mit dem beeindruckenden Frontmann „Aljoscha“ Rompe aus der wenige Jahre später Rammstein hervorgehen würde, Chicorée um Dirk Zöllner, Sandow und Silly, die heute noch existieren.

Der Film wird mit Aussagen von Fans und Jugendlichen ergänzt, welche Ihre «Vorbilder» zum Teil über mehrere Jahre begleitet haben.


#9 Filmtipp von Isabelle Kaiser (zukunftsgeraeusche)

Brazil

Großbritannien 1985, Regie: Terry Gilliam, 142 Minuten

© Embassy International Pictures

Sam Lowry ist ein Tagträumer und nur ein kleines Zahnrad im Getriebe des kafkaesken Verwaltungsapparats in Terry Gilliams Kultfilm. Die schrille und einflussreiche Mutter, möchte ihrem unscheinbaren Sohn einen besseren Posten vermitteln. Eines Tages aber ändert sich alles: Beim Kopieren eines Dokuments verfängt sich eine Fliege in Sams Kopierer und verursacht einen Druckfehler mit tragischen Folgen.

Brazil zeigt das Bild eines grauen, unpersönlichen Großstadtmolochs, in dem die Menschen aneinander vorbei leben, jeder mit sich selbst beschäftigt zu sein scheint. Dann explodieren Bomben. Der Staat führt Festnahmen von unliebsamen Subjekten durch, die danach nie wieder auftauchen.

Über allem schweben die irrwitzigen Entscheidungs- und Kontrollebenen der Ministerien. Hier kommt Gilliams der Mitbegründer von Monty Python, unermessliche Kreativität ins Spiel. Mit dem unglaublichen Szenenbild von Norman Garwood, den schrägen Kostümen und den skurrilen Nebenfiguren wird Brazil zu einem unvergesslichen Gesamtkunstwerk.


#8 Filmtipp von Isabelle Kaiser (zukunftsgeraeusche)

Alphaville

Frankreich 1965, Regie: Jean-Luc Godard, 99 Minuten

© Ronald Grant Archive

Der Privatdetektiv Lemmy Caution, kommt in die futuristische Stadt Alphaville, um nach dem vermissten Agenten Henry Dickson zu suchen. Das gespenstische und doch wiederum nüchterne Alphaville wird von einem Computersystem namens Alpha 60 beherrscht welcher von dem Professor von Braun alias Professor Nosferatu entwickelt wurde. In der unwirtlichen Gegend, in der menschliche Regungen wie Tränen strafbar sind und die Sprache auf reine funktionalität reduziert wird, finden der Privatdetektiv und die Tochter vom Professor Natacha (Anna Karina) zusammen.

Jean-Luc Godard realisierte 1965 seinen ersten Science Fiction Film, der in Paris gedreht wurde. Er verzichtet auf diesem Genre üblichen Spezialeffekte und verfremdet mit seinen Kameraeinstellungen sowie Lichtinstallationen die französische Metropole.


#7 Filmtipp von Isabelle Kaiser (zukunftsgeraeusche)

Das fünfte Element

Frankreich 1997, Regie: Luc Besson, 121 Minuten

© Gaumont

Alle 5000 Jahre wird die Welt von etwas unfassbar Bösem heimgesucht. Eine fremde Zivilisation, die sogenannten Mondoshawan, sind die einzigen, die eine Waffe dagegen besitzen. Sie entsenden die Amazone Leeloo, die die Erde verteidigen soll. Sie ist das fünfte Element, das vier Steine braucht, um seinen Zauber zu entfalten. Doch auch auf der Erde hat Leeloo einige Widersacher, die das verhindern wollen. Ex-Elitesoldat Korben Dallas soll sie beschützen.

Für den damals teuersten und erfolgreichsten europäischen Science Fiction Film entwarf der französische Modeschöpfer Jean-Paul Gaultier die Kostüme. Um den gesamten Look seiner Space Opera zu kreieren, holte Regisseur Luc Besson unter anderem die bedeutenden französischen Zeichner Jean “Moebius” Giraud und Jean-Claude Mézières ins Team.


#6 Filmtipp von Isabelle Kaiser (zukunftsgeraeusche)

… Jahr 2022 … die überleben wollen

USA 1973, Regie: Richard Fleischer, 97 Minuten

© Metro-Goldwyn-Meyer

Nicht ganz zufällig ein Jahr nach der Veröffentlichung des Club of Rome zu den “Grenzen des Wachstums” 1972 entstand mit Soylent Green einer der ersten Ökothriller der Filmgeschichte. Er beschreibt eine dystopische Welt im Jahr 2022, in der der Kapitalismus kurz davor ist, sich beinahe vollständig selbst zu verspeisen. Nur noch Superreiche haben Zugang zu natürlichen Ressourcen und Lebensmitteln. Der Rest der Menschheit ernährt sich ausschließlich von Sojafabrikaten des Monopolisten “Soylent”. Doch Lieferengpässe führen regelmäßig zu Demonstrationen und Aufständen. Als das neue Produkt “Soylent Green” auf den Markt kommt, findet es reißenden Absatz. Doch “Soylent Green” birgt ein fürchterliches Geheimnis und die wenigen Menschen, die davon Kenntnis haben, sterben auf mysteriöse Weise. Als der Polizist Robert Thorn durch eine Morduntersuchung davon erfährt, versucht er im Alleingang das Geheimnis zu lüften und gerät in Lebensgefahr.

“Soylent Green” beschäftigte sich schon vor knapp 50 Jahren mit Themen wie Ressourcenverschwendung, Umweltverschmutzung und Monopolismus. Das lässt ihn fast schon prophetisch erscheinen. Lediglich sein Frauenbild bewegt sich zeitlich in die entgegengesetzte Richtung.


#5 Filmtipp von Isabelle Kaiser (zukunftsgeraeusche)

Solo Sunny

DDR 1979, Regie: Konrad Wolf, 104 Minuten

© PROGRESS

Zum Gedenken an die letzte Woche verstorbene Schauspielerin Renate Krößner präsentieren wir den Film Solo Sunny, in dem sie die Schlagersängerin Sunny spielt, die mit einer Unterhaltungsgruppe durch die ostdeutsche Provinz tourt. Für ihre Rolle erhielt sie 1980 den Sibernen Bären als beste Hauptdarstellerin. Ein wunderbarer Film, den wir gerne in unsere Filmreihe “modernpunk” aufnehmen wollen.

Selbstständige Künstler*innen waren in den DDR immer etwas verdächtig und umgeben vom Hauch des Asozialen. So auch Sunny, alleinstehende Schlägersängerin, die in ihrem Wohnhaus im Prenzlauer Berg argwöhnig von den Nachbarn beäugt wird.
Sie ist Teil eines Showprogramms mit Gesang, Zauberern und Akrobatik, das durch die Kulturhäuser des Landes tourt. Dort ist sie den Launen der männlichen Kollegen und des Tourmanagers ausgesetzt. In der Liebe hat sie kein Glück, die Einen wollen nur die schnelle Mark machen, die Anderen geben sich unrealistischen Tagträumen hin. Nach dem Rauswurf aus der Unterhaltungsgruppe kehrt sie kurz in ihren alten Beruf zurück, hält es dort aber nicht lange aus und schließt sich einer neuen Band an. Sie möchte weiter auf der Bühne stehen.
Nur jemand wie Konrad Wolf konnte es sich erlauben, einen solchen Film in der DDR zu drehen und ins Kino zu bringen. In seiner letzten Arbeit zeigt er Menschen mit Träumen jenseits der Staatsdoktrin und ein graues, heruntergekommenes Bild des Prenzlauer Bergs Ende der 70er Jahre. Einer Zeit, in der die meisten von einer Wohnung im Neubau träumten.


#4 Filmtipp von Isabelle Kaiser (zukunftsgerauesche)

24 Hour Party People

Großbritannien 2002, Regie: Michael Winterbottom, 112 Minuten

© Officine UBU

Post-Punk erlebt im Moment eine Art Revival und Bands wie Joy Division oder Gang of Four sind nach wie vor Vorbilder für heutige junge Bands. Einer der Post-Punk-Heiligen, Ian Curtis, Frontsänger von Joy Division starb vor 40 Jahren, am 18. Mai 1980. Er und seine Band verdanken ihre Bekanntheit vor allem einem kleinen Label aus Manchester: Factory Records, das nicht nur Platten veröffentlichte, sondern auch legendäre Clubabende und Konzerte präsentierte. Hauptprotagonist dabei war Lokalreporter Tony Wilson, dessen Musikleidenschaft Bands wie Joy Division, New Order oder den Happy Mondays den Weg ebnete. Er steht im Mittelpunkt von Michael Winterbottoms Film, der sich der Legende im Stile einer Mockumentary nähert. Das ist sicher nicht immer faktentreu aber höchst unterhaltsam und emotional. Nebenbei erzählt Winterbottom auch die Geschichte einer Stadt, die durch die Musik in den 80ern einen kulturellen Aufschwung nahm.


#3 Filmtipp von Peter Winter (zukunftsgerauesche)

Koyaanisqatsi

USA 1982, Regie: Godfrey Reggio, 86 Minuten

© IRE Productions

Mit seinem präzisen Blick auf ein „Leben im Ungleichgewicht“, schaffte Godfrey Reggio mit diesem Werk eine Ikone der Dokumentar- und Filmgeschichte, welche auch heute noch immer fasziniert.
Erzählt in imposanten, sich immer mehr beschleunigenden Bildern, wird in Koyaanisqatsi ein Blick auf die rasante Entwicklung unserer Kultur geworfen, welcher in der Moderne der frühen 80er Jahre Endet. Würde man diese Erzählung bis heute weiterführen, so würde man keine erhoffte Entschleunigung wahrnehmen können, umso mehr ist der Blick zurück auf diese Sozial-Dokumentation aus dem Jahr 1982 interessant, als dass sie für das Publikum nicht wertet und allein durch ihren audiovisuellen Narrativ lebt. Man verliert sich zunächst in den beeindruckenden, ruhigen Kamerafahrten durch die naturbelassenen Landschaften Nordamerikas und bemerkt kaum, wie die Geschwindigkeit graduell gesteigert wird, man durch die schnellen Zeitrafferaufnahmen die geschäftig Rush-Hour in Manhattan selbst zu durchleben scheint, um final bei dem menschengemachten Unglück eines missglückten Raketenstarts wieder abrupt ausgebremst zu werden.
Besondere Aufmerksamkeit gilt zudem den fantastischen Aufnahmen der Sprengung des städtischen Wohnungsbauprojekts Puitt-Igoe in St.-Louis, Missouri .Charles Jencks bezeichnete diesen Punkt in der Geschichte als jenen Tag, an dem die Nachkriegs-Moderne ein Ende nahm. Die choreographierten Bilder in Verbindung mit der sich verlierenden Komposition von Philipp Glass ergeben hier ein schaurig schönes Schauspiel.
Koyaanisqatsis Darstellung dieser unmerklichen Beschleunigung spiegelt auf faszinierende Weise den kulturellen Aufstieg des modernen Menschen dar, ein Ende war hier in 1982 noch nicht in Sicht – und ist es auch heute noch nicht.


#2 Filmtipp von Luisa Rath (Leitung der Programmarbeit Region Mittelosteuropa Goethe Institut)

Der lange Sommer der Theorie

Deutschland 2017, Regie: Irene Alberti, 82 Minuten

© Grandfilm

Drei junge Frauen in einer Künstlerinnen-WG am Rande der Europacity, dem Quartier Heidestraße, kurz vor der Räumung. Eine von ihnen hat KOMA in riesigen roten Buchstaben an die Wand gesprüht. Ein Poster mit der jungen Angela Davis ist zu sehen.

Katja ist Schauspielerin und hadert mit ihren Rollen, nebenbei vermietet sie Wohnungen an Touristen. Martina ist Fotografin, die keine Lust auf die Schmeicheleien eines Kurators hat und sich lieber mit ihrer Band auf der Bühne die Seele aus dem Leib schreit. Nola macht einen Film, sie trägt einen bedruckten Hosenanzug, auf dem „Generation Berlin“ und „Zukunft“ steht, sie interviewt SoziologInnen, HistorikerInnen, Kulturschaffende TheoretikerInnen.

Wir begleiten Nola zu den GesprächspartnerInnen ihres Films, vorbei an den letzten Baustellen Berlins, durch eine Stadt, die schon verkauft scheint. Es geht um Feminismus, den öffentlichen Raum, Gentrifizierung, Theorie und Praxis.

Der Film kann bei GOETHE ON DEMAND kostenfrei ausgeliehen und angeschaut werden.


#1 Filmtipp von Isabelle Kaiser

Permanent Vacation

USA 1980, Regie: Jim Jarmusch (1980), 75 Minuten

© Cinesthesia Inc.

Das Spielfilmdebüt von Jim Jarmusch folgt dem 16-jährigen Allie durch die Straßen von New York. Er ist allein – seine Mutter sitzt in einer Nervenheilanstalt – und auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Sein Stil erinnert an James Dean aber auch an frühe britische Punks. Ist er zu lange an einem Ort, fordert ihn eine innere Stimme auf, weiterzuziehen. Auf seinem Weg begegnet er skurrilen und zerstörten Menschen, die sich in ihre eigene Welt zurückgezogen haben.
Die Lower East Side erscheint hier als ein heruntergekommener Ort lange vor der Gentrifizierung, als Stadt vor der Stadt, fast wie eine Nachkriegslandschaft. Die Straßen sind leer, die Häuser unbewohnt, die Tonspur quält uns mit Bombergeräuschen. So hat das Zentrum einer westlichen Großstadt wohl lange nicht mehr zu sehen bekommen.

Film tips & reviews
Under the current working theme “modernpunk”, the BHR OX bauhaus reuse is creating an archive on the subject of the city, architecture, modernity, science fiction and punk. On the website we already present a part of it, each week with a film tip and, if available, the streaming link to it.

We invite you to participate in the collection and will gladly accept your suggestions – which we will publish together with a short review.


#20 Film tip by Isabelle Kaiser (zukunftsgeraeusche)

Space is the Place

USA 1974, Direction: John Coney, 85 minutes

© Rapid Eye Movies


#19 Film tip by Isabelle Kaiser (zukunftsgeraeusche)

The Man Who Fell to Earth

UK 1976, Direction: Nicolas Roeg, 138 minutes

© Constatin


#18 Film tip by Isabelle Kaiser (zukunftsgeraeusche)

Fantastic Planet/ La Planète sauvage

France/Czechoslovakia 1973, Direction: René Laloux, 72 minutes

© Tamasa Distribution

On the planet Ygam, the humanoid Oms are at the mercy of the much larger Draags. The adult Draags kill them like vermin, and the little ones keep them as pets or dolls, which nevertheless means a constant, acute threat to life.

The Om Terr, who is also the film narrator, manages to escape from his Draag family and finds a group of free Oms who live in a mystic, hierarchical community. They arm themselves for a counterattack against the Ywag and a deadly war breaks out.

The film, made in Czechoslovak animation studios, captivates with its Dadaist visual power and the famous soundtrack by Alain Goraguer. All this creates a cinematic trip that is unique in film history.


#10 Film tip by Isabelle Kaiser (zukunftsgeraeusche)

flüstern und SCHREIEN

GDR 1988, Direction: Dieter Schumann, 120 minutes

© Tina Bar, DEFA Filmstiftung


#9 Film Tip by Isabelle Kaiser (zukunftsgeraeusche)

Brazil

UK 1985, Direction: Terry Gilliam, 142 minutes

© Embassy International Pictures


#8 Film tip by Isabelle Kaiser (zukunftsgeraeusche)

Alphaville

France 1965, Direction: Jean-Luc Godard, 99 minutes

© Ronald Grant Archive

The private detective Lemmy Caution comes to the futuristic city of Alphaville to search for the missing agent Henry Dickson. The ghostly yet sober Alphaville is dominated by a computer system called Alpha 60, which was developed by the Professor von Braun, aka Professor Nosferatu. The private detective and the daughter of Professor Natacha (Anna Karina) come together in the inhospitable area, where human emotions are punishable like tears and the language is reduced to pure functionality.


#7 Film tip by Isabelle Kaiser (zukunftsgeraeusche)

The Fifth Element

France 1997, Direction: Luc Besson, 121 minutes

© Gaumont

Every 5000 years the world is visited by something unbelievably evil. An alien civilization, the so-called Mondoshawan, are the only ones who have a weapon against it. They send the Amazon Leeloo to defend Earth. She is the fifth element that needs four stones to cast its spell. But even on Earth, Leeloo has some adversaries who want to prevent this.

French fashion designer Jean-Paul Gaultier designed the costumes for what was then the most expensive and successful European science fiction film. In order to create the entire look of his Space Opera, director Luc Besson brought the important French draftsmen Jean “Moebius” Giraud and Jean-Claude Mézières into the team. Ex-elite soldier Korben Dallas is to protect them.

French fashion designer Jean-Paul Gaultier designed the costumes for what was then the most expensive and successful European science fiction film. In order to create the entire look of his Space Opera, director Luc Besson brought in, among others, the important French illustrators Jean “Moebius” Giraud and Jean-Claude Mézières.


#6 Film tip by Isabelle Kaiser (zukunftsgeraeusche)

Soylent Green

USA 1973, Direction: Richard Fleischer, 97 minutes

© Metro-Goldwyn-Meyer

It is not by chance that one year after the Club of Rome’s publication of “Limits to Growth” in 1972, Soylent Green was one of the first eco-thrillers in film history. It describes a dystopian world in 2022, in which capitalism is on the verge of eating itself almost entirely. Only the super-rich have access to natural resources and food. The rest of humanity feeds exclusively on soya products from the monopolist “Soylent”. But supply shortages regularly lead to demonstrations and riots. When the new product “Soylent Green” comes on the market, it is sold like hot cakes. But “Soylent Green” holds a terrible secret and the few people who know about it die mysteriously. When Robert Thorn, a policeman, learns about it through a murder investigation, he tries to solve the secret on his own and gets into mortal danger.

50 years ago, “Soylent Green” already dealt with topics like waste of resources, environmental pollution and monopolism. This makes the movie seem almost prophetic. Only the image of women moved in the opposite direction in time.


#5 Film tip by Isabelle Kaiser (zukunftsgeraeusche)

Solo Sunny

GDR 1979, Direction: Konrad Wolf, 104 minutes

© PROGRESS

In memory of the actress Renate Krößner, who died last week, we present the film Solo Sunny, in which she plays the pop singer Sunny, who is touring the East German province with an entertainment group. For her role she was awarded the Siberian Bear for best leading actress in 1980. A wonderful film, which we would like to include in our film series “modernpunk”. Independent artists* were always a bit suspicious in the GDR and surrounded by a touch of the antisocial.

Sunny, a single racket singer, who is suspiciously eyed by the neighbours in her house in Prenzlauer Berg, is part of a show programme with singing, magicians and acrobatics, which tours the cultural centres of the country. There she is exposed to the whims of her male colleagues and the tour manager. She has no luck in love, some only want to make a quick buck, others indulge in unrealistic daydreams. After being kicked out of the entertainment group, she returns to her old job for a short time, but does not stay there long and joins a new band. Only someone like Konrad Wolf could afford to shoot such a film in the GDR and bring it to the cinema. In his last work he shows people with dreams beyond the state doctrine and a grey, run-down picture of Prenzlauer Berg in the late 1970s. A time when most people dreamed of an apartment in a new building.


#4 Film tip by Isabelle Kaiser (zukunftsgerauesche)

24 Hour Party People

UK 2002, Direction: Michael Winterbottom, 112 minutes

© Officine UBU

Post-punk is currently experiencing a kind of revival and bands like Joy Division or Gang of Four are still role models for today’s young bands. One of the post-punk saints, Ian Curtis, front singer of Joy Division, died 40 years ago, on May 18th 1980. He and his band owe their fame mainly to a small label from Manchester: Factory Records, which not only released records but also presented legendary club nights and concerts. The main protagonist was local reporter Tony Wilson, whose passion for music paved the way for bands such as Joy Division, New Order and Happy Mondays. He is the focus of Michael Winterbottom’s film, which approaches the legend in the style of a mockumentary. This is certainly not always true to the facts but highly entertaining and emotional. Along the way, Winterbottom also tells the story of a city that experienced a cultural upswing in the 80s through music.


#3 Film tip by Peter Winter (zukunftsgerauesche)

Koyaanisqatsi

USA 1982, Direction: Godfrey Reggio, 86 minutes

© IRE Productions

With his precise view of a “life in imbalance”, Godfrey Reggio created an icon of documentary and film history with this work, which still fascinates us today: narrated in imposing, ever-accelerating images, Koyaanisqatsi takes a look at the rapid development of our culture, which ends in the modernity of the early 80s. If one were to continue this narrative until today, one would not be able to perceive any hoped-for deceleration, all the more interesting is the look back at this social documentary from 1982, as it is not judgmental for the audience and lives solely through its audiovisual narrative. At first, one loses oneself in the impressive, calm tracking shots through the natural landscapes of North America and hardly notices how the speed is gradually increased, how one seems to experience the busy rush hour in Manhattan itself through the fast time lapse shots, only to be abruptly slowed down again by the man-made accident of a failed rocket launch. Louis, Missouri .Charles Jencks referred to this point in history as the day when post-war modernism came to an end. Koyaanisqatsi’s choreographed images in conjunction with the lost composition by Philipp Glass create a gruesomely beautiful spectacle. Koyaanisqatsi’s depiction of this imperceptible acceleration reflects in a fascinating way the cultural rise of modern man, an end was not yet in sight here in 1982 – and it still isn’t today.


#2 Film tip by Luisa Rath (Head of the cultural programme for Central  and Eastern Europe, Goethe Institute)

The long summer of theory
Germany 2017,  Direction: Irene Alberti, 82 minutes

© Grandfilm

Three young women live in a flatshare of artists in Berlin on the edge of Europacity, the “Heidestrasse” district, shortly before eviction. One of them sprayed “KOMA” (COMA) in huge red letters on the wall. A poster with the young Angela Davis can be seen.

Katja is an actress and struggles with her roles, aside from renting flats to tourists. Martina is a photographer who is not interested in the flattery of a curator and prefers to scream her heart out with her band on stage. Nola makes a film; she wears a printed pant suit with “Generation Berlin” and “Future” written on it and interviews sociologists, historians along with cultural theorists.

We accompany Nola to the interlocutors of her film, past the last construction sites of Berlin, through a city that seems to be sold. It is about feminism, public space, gentrification, theory and practice.

The movie can be borrowed and seen at GOETHE ON DEMAND for free.


#1 Film tip by Isabelle Kaiser

Permanent Vacation
USA 1980, Direction: Jim Jarmusch, 75 minutes

© Cinesthesia Inc.

The feature film debut of Jim Jarmusch follows 16-year-old Allie through the streets of New York. As his mother is in a mental hospital, he lives alone and searches for the meaning of life on his own. His style is reminiscent of James Dean but also of early British punks. If he is in one place for too long, an inner voice asks him to move on. On his way, he encounters bizarre and destroyed people who have retreated into their own world.
The Lower East Side appears here as a run-down place long before gentrification, as a city before the city, almost like a post-war landscape. The streets are empty, the houses unoccupied, the soundtrack tortures us with bomber sounds. The centre of a large western city has probably not been seen that way for a long time.