#29 Filmtipp von Isabelle Kaiser (zukunftsgeraeusche)

High-Rise

UK 2015, Regie: Ben Wheatley, 112 Minuten

© DCM

Der 1975 erschienene Roman, High-Rise des britischen Schrifstellers James Graham Ballard wurde von Ben Wheatley verfilmt.

Im Mittelpunkt der Erzählung stehen die wohlhabenden Bewohner eines modernistischen Hochhauses, deren nachbarschaftliche Streitigkeiten bis zur totalen Anarchie hin eskalieren. Bemerkenswert ist, dass die britische Originalausgabe des Romans ein Hochhaus des Architekten Hans Schwippert zeigt, das im Berliner Hansaviertel steht.

Das Gebäude wird im Roman und Film so beschrieben, dass es die Bewohner von der Außenwelt abschneidet, da ein Verlassen des Hochhauses eigentlich nicht mehr nötig ist. Während der jetzigen Corona Zeiten schwebt bei dieser Vorstellung ein ambivalentes Gefühl mit.

1975. Zwei Meilen westlich von London bezieht Dr. Robert Laing auf der Suche nach Anonymität sein neues Appartement, nur um bald feststellen zu müssen, dass seine Mitbewohner gar nicht daran denken, ihn in Ruhe zu lassen.

So ergibt er sich schließlich in sein Schicksal, freundet sich mit den neuen Nachbarn an und wird dadurch zunehmend in das komplexe soziale Gefüge hineingezogen.

Während er so seine Probleme damit hat, seinen Platz inmitten dieser Gesellschaft zu finden, bekommen Laings gute Manieren und sein Verstand ebenso deutliche Risse wie das Gebäude selbst.

Die Lichter gehen aus, die Aufzüge halten an, aber die Party geht weiter.

Die Menschen sind das Problem. Der Alkohol die Währung. Sex ist das Allheilmittel.

Erst sehr viel später, als er auf dem Balkon sitzt und den Hund des Architekten verspeist, fühlt Laing sich endlich zu Hause.

#29 Film tip by Isabelle Kaiser (zukunftsgeraeusche)

High-Rise

UK 2015, Direction: Ben Wheatley, 112 minutes

© DCM