10.12.2026, Donnerstag – 18:30 Uhr
Podiumsdiskussion & Impulsvorträge
Transformation for Public use – Adaptive reuse and Protection of Postwar Modernism
Transformation für die Öffentliche Nutzung – Adaptive reuse und Erhaltung der Nachkriegsmoderne
Podiumsdiskussion & Impulsvorträge Anmeldung
Die Auseinandersetzung mit der Architektur der Nachkriegsmoderne bildet einen wiederkehrenden Schwerpunkt der archint-Reihe – nicht zuletzt aufgrund des prominenten tschechischen Beispiels in Berlin: der Botschaft der ehemaligen Tschechoslowakei von Věra und Vladimír Machonin aus den 1970er Jahren, in deren Kontext die Reihe ursprünglich entstanden ist.
Die dritte Veranstaltung widmet sich dem aktuellen Umgang mit Gebäuden der Spätmoderne, die heute und rund 40-80 Jahre nach ihrer Errichtung zunehmend unter Transformationsdruck stehen, auch im Kontext ihrer räumlichen Einbindung und gesellschaftlichen Funktion – Stichwort nachaltige Nachbarschaften. Fragen nach Umnutzung, Weiterbau oder Abriss stehen dabei ebenso im Raum, wie jene nach ihrem kulturellen Erbe und gesellschaftlichen Wert.
Im Fokus stehen Strategien des adaptive reuse mit besonderem Augenmerk auf Nutzungen im öffentlichen und gemeinschaftlichen Interesse – etwa die Transformation in kulturelle Räume, multifunktionale Gemeinschaftseinrichtungen, die viele öffentliche Dienstleistungen und Angebote und einem Dach vereinen (“One-Stop-Shop”), oder offene Werkstätten oder sogenannte “Maker Spaces”.
Diese Ansätze sind eng verbunden mit aktuellen Diskursen zu Nachhaltigkeit, Daseinsvorsorge, Kreislaufkultur (Zirkularität) und Reparatur als architektonische und gesellschaftliche Praxis.
Projekte wie die Ausstellung “Architektura opravy” (Architektur der Reparatur), die Reparatur als grundlegendes Prinzip architektonischen Handelns versteht, sowie künstlerische Formate wie das “Labyrint obchodního domu Prior” (Labyrinth des Warenhauses Prior) eröffnen dabei alternative Perspektiven auf Erhaltung, Transformation und Aneignung.
Neben prominenten Beispielen aus den Metropolen soll bewusst auch ein Blick in die Regionen geworfen werden, in denen viele Gebäude der Nachkriegsmoderne unter anderen strukturellen Bedingungen transformiert oder vom Abriss bedroht sind. Dadurch werden unterschiedliche Handlungsspielräume und Herausforderungen im Umgang mit dem baulichen Erbe vergleichend sichtbar.
Zudem wird die Rolle öffentlicher Institutionen und Verwaltung thematisiert: Wie kann mit architektonisch wertvollen Bestandsgebäuden verantwortungsvoll umgegangen werden – insbesondere dann, wenn sie keinen formalen Denkmalschutz genießen? Und welche neuen Formen der Vermittlung und Aktivierung können entstehen, wenn ein vollständiger Erhalt nicht möglich ist?
Ziel der Veranstaltung ist es, die Debatte um den Umgang mit der Nachkriegsmoderne um ökologische, soziale und kulturelle Dimensionen zu erweitern und konkrete Handlungsansätze für eine zukunftsfähige Praxis aufzuzeigen.
Moderation:
Simona Binko (Tschechisches Zentrum Berlin)
Robert K. Huber (BHROX bauhaus reuse / zukunftsgeraeusche)
Termine und Themen für archint at BHROX in 2026: