Triennale der Moderne – Interim 2020:
Live-Stream zum UNESCO-Welterbetag am 7. Juni

Ab 11 Uhr lädt die Triennale der Moderne unter dem Motto “Vielfalt Moderne | Moderne Vielfalt” dazu ein, Berlins baukulturelles Erbe des 20. Jahrhunderts online zu erleben

 

© zukunftsgeraeusche

Berlin nimmt den immer am ersten Sonntag im Juni veranstalteten UNESCO-Welterbetag 2020 zum Anlass, die im Stadtbild vielerorts und sehr variantenreich präsente Moderne stärker in den Fokus zu rücken – ein Kernanliegen der Triennale der Moderne, einem 2013 gemeinsam mit Dessau und Weimar begründeten Format, das mit dem Berliner Online-Event erstmals auch außerhalb des Drei-Jahres-Zeitraums sichtbar wird.

Angesichts der besonderen Situation in Zeiten von Corona präsentieren das Landesdenkmalamt Berlin und das Berliner Netzwerk der Triennale der Moderne am 7. Juni 2020 daher einen besonderen, weil komplett digitalen Welterbetag. Das Online-Event mit einem live über Youtube gestreamten Programm steht unter dem Motto “Vielfalt Moderne | Moderne Vielfalt”. Es umreisst eine Epoche, in der sich ein radikaler Wandel in Kunst, Architektur und Gesellschaft vollzog. Hiervon zeugen auch die sechs, seit 2008 in die UNESCO- Welterbeliste eingetragenen “Siedlungen der Berliner Moderne”. Sie entstanden vor dem Hintergrund grassierender Wohnungsnot und stellten in den 1920er Jahren neue Weichen im Städtebau, an die man nach dem Zweiten Weltkrieg wieder anknüpfte.

Diesen durch die Zeit des Nationalsozialismus lediglich unterbrochenen Bogen zu erzählen, hat sich die Triennale der Moderne zum Ziel gesetzt. In Berlin finden unter ihrem Dach ehrenamtliche Initiativen und professionelle Akteure zusammen, aus deren Umfeld zwölf Projekte in Form von digitalen Präsentationen gezeigt und als Live-Stream ab 11 Uhr übertragen werden.

Nach Grußworten durch Senator Klaus Lederer und Christine Edmaier, Präsidentin der Architektenkammer Berlin, folgt eine Einführung in das Thema durch den Berliner Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut. Im Anschluss führen die beiden Berliner Kuratoren, Robert K. Huber und Ben Buschfeld durch das abwechslungsreiche Programm mit Beiträgen zu mehr und weniger bekannten Objekten der Architekturmoderne.

Im Anschluss folgen gleich zwei Film-Premieren, die jeweils Einblicke in die sechs, zwischen 1913 und 1934 entstandenen Berliner Welterbe-Siedlungen erlauben. Die im Auftrag des Landesdenkmalamtes von Andrea Schmidt und Claus Boeckh erstellte Dokumentation “Siedlungen der Berliner Moderne. UNESCO Welterbe mit neuer Strahlkraft” zeigt den denkmalpflegerischen Umgang mit der wertvollen Bausubstanz, interviewt Bau- , Garten- und Denkmal-Expert/innen sowie denkmalinteressierte Bewohner/innen. Der von Marian Engel und Thomas M. Krüger im Auftrag der Deutsche Wohnen SE produzierte Film “Ein gebautes Versprechen. Sozialer Wohnungsbau der Berliner Moderne” hingegen legt den Schwerpunkt mehr auf die Bewohnerschaft und beleuchtet aktuelle Tendenzen des Berliner Wohnungsmarktes und bestehender Angebote vor Ort.

Ausgehend von den sechs, in einer neu entwickelten Website sehr detailliert vorgestellten Berliner Welterbe- Siedlungen der Moderne, gibt es eine Vielzahl anderer Perlen der Moderne zu entdecken. Diesen verborgenen Schätzen sind gleich zwei Beiträge gewidmet, bei denen es um zumeist weniger bekannte Wohnanlagen, Villen- und Geschäftsbauten geht, die von den Fotografen Anja Steilmann und Carsten Krohn ins Bild gesetzt wurden. Die meisten der portraitierten Gebäude zählen zum Stil des Neuen Bauens. Nicht wenige der etwas unbekannteren Bauten der Moderne gehen auf Entwürfe von jüdischen Architekten zurück, deren Werk bis heute zum Teil nur unzureichend erforscht ist. Ihnen ist ein Vortrag von Dr. Günter Schlusche gewidmet, der sich auf die Spuren deutschsprachiger jüdischstämmiger Architekten begibt.

Viele andere Schätze der Berliner Baukultur entstanden erst deutlich nach der Zäsur des Zweiten Weltkriegs. Hier ist vor allem der Gegensatz des aufgelockert gebauten West-Berliner Hansaviertels mit der im Duktus der Stalin-Ära angelegten Magistrale der Karl-Marx-Allee zu nennen – zwei fast zeitgleich entstandene Großprojekte, bei denen beide politischen Systeme 1957 in einen direkten städtebaulichen Wettbewerb traten. Ein Dualismus, der so weltweit einmalig ist und unter dem Stichwort “Das doppelte Berlin” als potenzielles nächstes Berliner Welterbe gehandelt wird.

In diesem Spannungsfeld des Städtebaus in Ost und West stehen exemplarisch die Werke der Architekten Richard Paulick und Otto Bartning im Fokus. Den Beitrag über Leben und Werk Richard Paulicks übernimmt der Architekturhistoriker und ehemalige Berliner Kultursenator Dr. Thomas Flierl. In seinem Vortrag zeigt er, wie Paulick vom Bauhaus in Dessau über Shanghai zum Neo-Klassizismus der einstigen Stalinallee und zu den funktionalen DDR-Großbauprojekten in Halle-Neustadt fand. Otto Bartning hingegen ist vor allem als Architekt von Kirchen im Stil der Moderne in Süd- und Westdeutschland bekannt. Dem besonderen Thema der Sakralbauten der Moderne widmet sich ein nach Bartning benannter Arbeitskreis, der demonstriert wie einige von dessen Berliner Kirchen virtuell erfahrbar werden.

Als digitale Sendezentrale während des Streaming-Events dient das BHR OX bauhaus reuse, der gläserne Pavillon auf der Mittelinsel des Ernst-Reuter Platzes, das sich in kürzester Zeit als neuer Berliner Kultur- und Veranstaltungsort etabliert hat. Der rundum transparente Bau verfügt – wie der Name bereits ahnen lässt – selbst über eine spannende Nutzungsgeschichte, ist er doch aus Fensterelementen des von Walter Gropius entworfenen, berühmten Dessauer Bauhaus-Schulgebäudes konstruiert, die dessen großer Sanierung zum 50. Jubiläum von 1976 entstammen.

Robert K. Huber, einer der Kuratoren der Veranstaltung und mit zukunftsgeraeusche der Betreiber des Pavillons, spricht über die Auseinandersetzung mit dem Funktionalismus in Mitteleuropa im Rahmen von Tagungen und Diskussionen und schildert auch, wie mit mit der Sanierung der Platzmöblierung des Ernst- Reuter-Platzes ein fachpraktisches Bildungsprojekt, in Form einer digitalen Dauerausstellung und anhand von Seminaren mit der TU Berlin und UdK Berlin stattfindet.

Die länderübergreifende Perspektive der Triennale stärkt auch ein Beitrag von Helena Doudová, Kuratorin der Architektursammlung der Nationalgalerie Prag, die einen internationalen Blick auf Berlin und den Brutalismus als Bestandteil der Nachkriegsmoderne wirft. Dessen Bauten stehen oft nicht unter Denkmalschutz und sind vielerorts von Veränderungen, Umbauten und Abriss bedroht. Ein bedeutendes Berliner Beispiel ist die Tschechische Botschaft. Sie wurde von dem tschechischen Architektenpaars Věra und Vladimír Machonin entworfen. Die Originalpläne des Baus gehören zur Sammlung der Nationalgalerie Prag, die derzeit eine Ausstellung über Prager Bauten des Brutalismus zeigt.

Ungewohnte Einblicke gewährt auch ein Beitrag aus den Niederlanden, bei dem Nadia Abdelkaui, Kuratorin des Museums “Het Schip” in Amsterdam einen virtuellen Rundgang durch die Anfang März, kurz vor dem Corona-Shutdown, eröffnete Sonderausstellung anbietet. Sie ist dem hier in Berlin weniger bekannten, expressionistischen und utopischen Frühwerk Bruno Tauts gewidmet und wirft einen Blick auf die Querbezüge seines Schaffens zum Sozialen Wohnungsbau der 1910er und 20er Jahre in den Niederlanden.

Bruno Taut, Architekt von gleich vier der sechs Berliner Welterbesiedlungen, steht auch im Zentrum eines bildreichen Beitrags des zweiten Kurators des Streaming-Events über die besonders denkmalgerechte Restaurierung eines Hauses in der Hufeisensiedlung: Das von Ben Buschfeld und seiner Frau Katrin Lesser auf den Namen Mietbares Museum “Tautes Heim” getaufte Haus ist eine Hommage an Bruno Taut. Es ist komplett im Stil der 1920er Jahre möbliert, hat den Charakter einer Zeitreise und dient seit 2012 Architekturfans aus aller Welt als Übernachtungsmöglichkeit. Mit diesem Angebot bereichert das mit mehreren Denkmalpreisen ausgezeichnete Projekt die Berliner Museumslandschaft und vermittelt auf besondere Weise die Idee des Berliner Welterbes.

Ein weiteres von Buschfeld im Namen des “Berliner Forum für Geschichte und Gegenwart” verantwortetes Projekt richtet sich speziell an Studierende und Wissbegierige. Es handelt sich um eine gut auf dem Smartphone nutzbare Website, die im Rahmen des Sharing Heritage-Projektes des Europäischen Kulturerbejahrs 2018 entstand und mit Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien gefördert wurde. Die mit sechs Rundgängen, vielen Informationen plus einem umfangreichen Glossar, Biografie- und Geschichtsteil aufwartende Website lädt jüngere Zielgruppen ein, die Architektur und Geschichte der Welterbe-Siedlungen aktiv zu erkunden.

Noch jüngere Zielgruppen hatte ein Projekt des Grips Theaters vor Augen, das auf Angebote für Kinder und Jugendliche spezialisiert ist. Hier erarbeitete das Team des direkt am Hansaplatz angesiedelten Theaters einen mit Performance-Elementen angereicherten. durchs Hansaviertel führenden Audiowalk für Schülergruppen. Ein Angebot, dass sich mit der Geschichte des Quartiers beschäftigt und von Hannah Ehlers präsentiert wird.

Neben Bruno Taut und Richard Paulick dürfen auch zwei weitere große Namen der internationalen Architekturmoderne nicht fehlen, nämlich Le Corbusier und der Bauhaus-Gründer Walter Gropius. Wer sich anhand digitaler Karten selbst auf die Spuren von Walter Gropius begeben will, sollte sich die 2016 vom Landesdenkmalamt Berlin produzierten Smartphone-App “Gropius to go” installieren. Mit ihr wurden erstmals Teile der Datenbank des Landesdenkmalamts für eine mobile Nutzung vor Ort verfügbar gemacht. Berlins neue Welterbe-Referentin Sabine Ambrosius präsentiert, wie sich das zahlreiche Berliner Bauten umfassende Werk mit Hilfe der App auf Spaziergängen erschließen lässt. Innerhalb der Moderne nimmt Gropius eine Sonderstellung ein, da er derjenige Architekt der Moderne ist, dessen Werk am häufigsten auf der UNESCO- Welterbeliste vertreten ist.

Ebenso wie Gropius steht auch Le Corbusier in besonderem Maße für den länderübergreifenden Charakter der Moderne, die sich aus vielen nationalen Avantgarde-Bewegungen speiste, die ab 1932 weltweit unter dem Begriff “International Style” reüssierten und zusammengefasst werden. Diese Vielfalt wird im Rahmen der Triennale der Moderne bewusst thematisiert und eröffnet so auch in Querbezüge in viele potentielle Partnerländer. Davon zeugt auch das Werk Le Corbusiers: Abseits von der ansonsten im Hansaviertel konzentrierten Internationalen Bauausstellung von 1957 entstand unweit des Olympiastadiums ein weiterer imposanter Bauriegel – die “Unité d’habitation”. Der Wohnblock nimmt Bezug zu einem gleichnamigen Schwesternbau in Marseille und verweist so auf das hauptsächlich in Frankreich und der Schweiz verorteten, ebenfalls als UNESCO-Welterbe gellistete Werk des Architekten.

Bemerkenswert an dem von Huber und Buschfeld in enger Kooperation mit dem Berliner Landesdenkmalamt kuratierten Programm ist nicht nur die Bandbreite der vorgestellten Berliner Bauten, Anlagen, Formate und Themen, sondern auch die Vielfalt der oft aus der Zivilgesellschaft stammenden Akteure, die eigene Projekte mit viel Leidenschaft entwickeln, vorstellen und vorantreiben. Dieses Engagement des Berliner Netzwerks sorgt ein lebendiges Programm, bedarf aber – ähnlich wie beim Tag des Offenen Denkmals – der professionellen Koordination, wenn es darum geht, als Gesamt-Event Wirkung zu entfalten. Hier besitzt der Live-Stream den Charakter eines Pilot-Projektes und gibt Einblick in das facettenreiche Erbe einer für Berlin sehr prägenden und charakteristischen Epoche. Ein Erbe, das es auch zu Corona-Zeiten zu entdecken und mit innovativen Formaten – wie diesem digitalen Welterbetag – weiter zu entwickeln gilt.

Live-Stream 7.6. ab 11h: www.youtube.com/watch?v=6L5fgyyVTv4
Weitere Informationen: www.triennale-der-moderne.de

 

Geplantes Programm am 7. Juni 2020
Beginn des Live-Streams: 11 Uhr
Start der Film-Streams: im Anschluss 13.00 Uhr / 14:30 Uhr

Grußworte und Einführung
• 11.00 Uhr: Dr. Klaus Lederer, Regierender Bürgermeister von Berlin und Senator für Kultur und Europa • 11.06 Uhr: Christine Edmaier, Präsidentin der Architektenkammer Berlin
• 11.10 Uhr: Dr. Christoph Rauhut, Landeskonservator und Direktor des Landesdenkmalamt Berlin

Präsentationen und zeitliche Abfolge *
• 11.20 Uhr: Ben Buschfeld (BFFG e.V.): Neue Website zu den “Siedlungen der Berliner Moderne”
• 11.44 Uhr: Hanna Düspohl (treppe b, Galerie im Corbusierhaus): Die l ́Unité d ́Habitation in Berlin (…)
• 11.56 Uhr: Sabine Ambrosius (Landesdenkmalamt Berlin): Smartphone-App “Gropius to go”
• 12.08 Uhr: Thomas M. Krüger (TICKET B): Versteckte Perlen der Moderne – Bauten der 1920er Jahre
• 12.20 Uhr: Dr. Günter Schlusche: Der Beitrag jüdischer Architekten (…) zur Etablierung der Moderne
• 12.32 Uhr: Helena Doudová (Nationalgalerie Prag): Die Tschechische Botschaft im Stil des Brutalismus
• 12.44 Uhr: Dr. Thomas Flierl (Hermann Henselmann Stift): Lebensweg des Architekten Richard Paulick
• 12.56 Uhr: Immo Wittig (OBAK e.V.): Virtuelle-Kirchen-Raum-Erkundung zu Werken Otto Bartnings
• 13.08 Uhr: Robert K. Huber: Das BHR OX bauhaus reuse auf dem Ernst-Reuter Platz und Projekte vor Ort • 13.20 Uhr: Ben Buschfeld: Recherche und Restaurierung des mietbaren Museums “Tautes Heim”
• 13.32 Uhr: Nadia Abdelkaui (Het Schip Museum, Amsterdam): Rungang zu “Bruno Taut – Beyond Fantasy” • 13.44 Uhr: Klaus Lingenauber (Landesdenkmalamt Berlin): Vorbemerkung zu dem nachfolgenden Film
• 13.50 Uhr: Schlusswort des Präsentationsteils
* Hinweis: Es handelt sich um eine Live-Veranstaltung. Einzelne Zeiten können daher abweichen.

Moderation
Durch die Veranstaltung führt das Berliner Kuratoren-Team, bestehend aus
• Robert K. Huber (zukunftsgeraeusche GbR + BHR OX bauhaus reuse) und
• Ben Buschfeld (buschfeld.com + Tautes Heim + Berliner Forum für Geschichte und Gegenwart e.V.)

Film-Premieren
• 13.00 Uhr: Siedlungen der Berliner Moderne. UNESCO Welterbe mit neuer Strahlkraft
Der vom Landesdenkmalamt Berlin beauftragte Film dokumentiert den denkmalpflegerischen Umgang mit der historischen Bausubstanz und interviewt Vertreter*innen aus der Bewohnerschaft sowie Experten*innen aus der Denkmalpflege sowie der Bau- und Gartengeschichte.

• 13:45 Uhr: Ein gebautes Versprechen. Sozialer Wohnungsbau der Berliner Moderne
Der von Marian Engel und Thomas Krüger im Auftrag der Deutschen Wohnen SE produzierte Film erläutert die städtebaulichen und sozialen Konzepte sowie architektonischen Besonderheiten der sechs Siedlungen und stellt die Perspektive verschiedener Bewohner*innen vor.

Weitere Informationen
www.triennale-der-moderne.de

Weitere Angebote zum UNESCO-Welterbetag 2020
Neben Berlin halten weitere der insgesamt 46 deutschen Welterbesetätten digitale Angebote bereit. Entsprechende Links finden Sie unter www.unesco-welterbetag.de

Triennale der Moderne – Interim 2020:
Live stream for UNESCO World Heritage Day on June 7.

Starting at 11 a.m., the Triennale der Moderne invites visitors to experience Berlin’s architectural heritage of the 20th century online under the motto “Diversity Modernity | Modern Diversity

 

© zukunftsgeraeusche

Berlin is using the UNESCO World Heritage Day 2020, which is always held on the first Sunday in June, as an opportunity to focus more strongly on modernism, which is present in the cityscape in many places and in a wide variety of ways – a core concern of the Triennale der Moderne, a format founded in 2013 together with Dessau and Weimar, which will also be visible outside the three-year period for the first time with the Berlin online event.

In view of the special situation in times of Corona, the Landesdenkmalamt Berlin and the Berlin network of the Triennale der Moderne will therefore present a special, because completely digital, World Heritage Day on June 7, 2020. The online event with a program streamed live via Youtube is themed “Vielfalt Moderne | Moderne Vielfalt”. It outlines an era in which radical change took place in art, architecture and society. The six “Berlin Modernist Housing Estates”, which were inscribed on the UNESCO World Heritage List in 2008, bear witness to this. They were built against a backdrop of rampant housing shortages and set a new course in urban planning in the 1920s, which was then taken up again after the Second World War.

The Triennial of Modernism has set itself the goal of recounting this arc, which was only interrupted by the National Socialist era. In Berlin, voluntary initiatives and professional actors come together under its umbrella, from whose environment twelve projects will be shown in the form of digital presentations and broadcast as a live stream starting at 11 am.

Greetings by Senator Klaus Lederer and Christine Edmaier, President of the Berlin Chamber of Architects, will be followed by an introduction to the topic by Berlin State Conservator Dr. Christoph Rauhut. Afterwards, the two Berlin curators, Robert K. Huber and Ben Buschfeld, will lead through the varied program with contributions on more and less well-known objects of architectural modernism.

This will be followed by two film premieres, each of which will provide insights into the six Berlin World Heritage housing estates built between 1913 and 1934. The documentary “Siedlungen der Berliner Moderne. UNESCO World Heritage with New Radiance” shows how the valuable building fabric is treated in terms of monument preservation, and interviews building, garden and monument experts as well as residents interested in monuments. The film produced by Marian Engel and Thomas M. Krüger on behalf of Deutsche Wohnen SE, “A Built Promise. Sozialer Wohnungsbau der Berliner Moderne,” on the other hand, focuses more on residents and sheds light on current trends in Berlin’s housing market and existing local offerings.

Starting with the six Berlin World Heritage Modernist housing estates presented in great detail in a newly developed website, there are a multitude of other Modernism pearls to discover. Two articles are dedicated to these hidden treasures, which are mostly lesser-known residential complexes, villas and commercial buildings, photographed by Anja Steilmann and Carsten Krohn. Most of the buildings portrayed belong to the New Building style. Quite a few of the somewhat lesser-known modernist buildings are based on designs by Jewish architects, some of whose work has been insufficiently researched to date. A lecture by Dr. Günter Schlusche is dedicated to them, who will follow the traces of German-speaking architects of Jewish origin.

Many other treasures of Berlin’s building culture were not created until well after the caesura of the Second World War. The contrast between the loosely built West Berlin Hansa Quarter and the Stalin-era Karl-Marx-Allee Magistrale should be mentioned here – two large-scale projects that were created almost simultaneously and in which both political systems entered into direct urban planning competition in 1957. A dualism that is unique in the world and is traded under the keyword “The Double Berlin” as a potential next Berlin World Heritage Site.

In this field of tension of urban development in East and West, the works of the architects Richard Paulick and Otto Bartning are exemplarily in focus. The contribution on the life and work of Richard Paulick will be given by the architectural historian and former Berlin Senator for Culture Dr. Thomas Flierl. In his lecture, he will show how Paulick moved from the Bauhaus in Dessau via Shanghai to the neo-classicism of the former Stalinallee and the functional GDR large-scale building projects in Halle-Neustadt. Otto Bartning, on the other hand, is best known as an architect of Modernist-style churches in southern and western Germany. A working group named after Bartning is dedicated to the special topic of modernist sacred buildings and demonstrates how some of his Berlin churches can be experienced virtually.

The BHR OX bauhaus reuse, the glass pavilion on the central island of Ernst-Reuter Platz, serves as the digital broadcasting center during the streaming event and has quickly established itself as a new Berlin cultural and event venue. The all-around transparent building has – as the name suggests – an exciting history of use itself, since it is constructed from window elements of the famous Dessau Bauhaus school building designed by Walter Gropius, which originated from its major renovation for the 50th anniversary in 1976.

Robert K. Huber, one of the curators of the event and with zukunftsgeraeusche the operator of the pavilion, talks about the examination of functionalism in Central Europe in the context of conferences and discussions and also describes how with the renovation of the square furniture of the Ernst- Reuter-Platz a technical-practical educational project, in the form of a digital permanent exhibition and on the basis of seminars with the TU Berlin and UdK Berlin takes place.

The transnational perspective of the Triennale is also strengthened by a contribution from Helena Doudová, curator of the architecture collection of the National Gallery in Prague, who takes an international look at Berlin and Brutalism as a component of post-war modernism. Its buildings are often not listed as historic monuments and in many places are threatened by alterations, conversions and demolition. A significant Berlin example is the Czech Embassy. It was designed by the Czech architect couple Věra and Vladimír Machonin. The original plans of the building are part of the collection of the National Gallery in Prague, which is currently showing an exhibition on Prague buildings of Brutalism.

Unusual insights are also provided by a contribution from the Netherlands, in which Nadia Abdelkaui, curator of the museum “Het Schip” in Amsterdam, offers a virtual tour of the special exhibition that opened at the beginning of March, shortly before the Corona shutdown. It is dedicated to Bruno Taut’s early expressionist and utopian work, less known here in Berlin, and takes a look at the cross-references of his work to the social housing of the 1910s and 20s in the Netherlands.

Bruno Taut, architect of no less than four of Berlin’s six World Heritage Sites, is also the focus of an image-rich contribution by the second curator of the streaming event about the restoration of a house in the Hufeisensiedlung, which is particularly worthy of preservation: the house, christened “Tautes Heim” by Ben Buschfeld and his wife Katrin Lesser, is a tribute to Bruno Taut. It is completely furnished in the style of the 1920s, has the character of a journey through time and has been serving architecture fans from all over the world as an overnight accommodation since 2012. With this offer, the project, which has won several monument awards, enriches Berlin’s museum landscape and conveys the idea of Berlin’s world heritage in a special way.

Another project for which Buschfeld is responsible on behalf of the “Berlin Forum for History and the Present” is aimed specifically at students and inquisitive minds. It is a website that can be easily used on smartphones, which was created as part of the Sharing Heritage project of the European Heritage Year 2018 and was funded by the Senate Department for Culture and Europe and the Federal Commissioner for Culture and the Media. Featuring six tours, a wealth of information plus an extensive glossary, biography and history sections, the website invites younger target groups to actively explore the architecture and history of the World Heritage Sites.

A project by the Grips Theater, which specializes in offerings for children and young people, had even younger target groups in mind. The team of the theater, which is located directly at Hansaplatz, developed an audio walk for school groups that was enriched with performance elements and led through the Hansa Quarter. An offer that deals with the history of the quarter and is presented by Hannah Ehlers.

In addition to Bruno Taut and Richard Paulick, two other big names of international architectural modernism should not be missed, namely Le Corbusier and Bauhaus founder Walter Gropius. If you want to follow in the footsteps of Walter Gropius yourself using digital maps, you should install the smartphone app “Gropius to go” produced by the Berlin State Monuments Office in 2016. With it, parts of the Landesdenkmalamt’s database were made available for mobile use on site for the first time. Berlin’s new World Heritage Officer Sabine Ambrosius will present how the app can be used to explore Gropius’s work, which includes numerous buildings in Berlin, on walking tours. Gropius occupies a special position within modernism, as he is the modernist architect whose work is most frequently represented on the UNESCO World Heritage List.

Like Gropius, Le Corbusier is also particularly representative of the transnational character of Modernism, which was fed by many national avant-garde movements, which from 1932 onwards were successful worldwide and summarized under the term “International Style”. This diversity is deliberately thematized in the context of the Triennale der Moderne and thus also opens up cross-references to many potential partner countries. Le Corbusier’s work also bears witness to this: away from the International Building Exhibition of 1957, which was otherwise concentrated in the Hansa Quarter, another imposing building block was created not far from the Olympic Stadium – the “Unité d’habitation”. The apartment block refers to a sister building of the same name in Marseille, thus referencing the architect’s work, which is mainly located in France and Switzerland and is also listed as a UNESCO World Heritage Site.

What is remarkable about the program curated by Huber and Buschfeld in close cooperation with the Berlin State Office for the Preservation of Monuments is not only the range of Berlin buildings, facilities, formats, and themes presented, but also the diversity of actors, often from civil society, who develop, present, and advance their own projects with great passion. This commitment of the Berlin network ensures a lively program, but – similar to the Open Monument Day – requires professional coordination when it comes to making an impact as an overall event. Here, the live stream has the character of a pilot project and provides insight into the multifaceted heritage of a very formative and characteristic era for Berlin. A heritage that also needs to be discovered in Corona times and further developed with innovative formats – such as this digital World Heritage Day.

Live stream 7.6. from 11h: www.youtube.com/watch?v=6L5fgyyVTv4
Further information: www.triennale-der-moderne.de

 

 

Planned program on June 7, 2020
Start of the live stream: 11am
Start of the film streams: afterwards 13.00 h / 14:30 h

Greetings and introduction
– 11.00 a.m.: Dr. Klaus Lederer, Governing Mayor of Berlin and Senator for Culture and Europe – 11.06 a.m.: Christine Edmaier, President of the Berlin Chamber of Architects
– 11.10 a.m.: Dr. Christoph Rauhut, State Conservator and Director of the Berlin State Monuments Office

Presentations and chronological order *
– 11.20 a.m.: Ben Buschfeld (BFFG e.V.): New website on the “Berlin Modernist Housing Estates
– 11.44 a.m.: Hanna Düspohl (treppe b, Galerie im Corbusierhaus): The l ́Unité d ́Habitation in Berlin (…)
– 11.56 a.m.: Sabine Ambrosius (Landesdenkmalamt Berlin): Smartphone app “Gropius to go”.
– 12.08 p.m.: Thomas M. Krüger (TICKET B): Hidden gems of modernism – buildings of the 1920s
– 12.20 p.m.: Dr. Günter Schlusche: The contribution of Jewish architects (…) to the establishment of modernism
– 12.32 p.m.: Helena Doudová (National Gallery Prague): The Czech Embassy in the style of Brutalism
– 12.44 p.m.: Dr. Thomas Flierl (Hermann Henselmann Foundation): Life of the architect Richard Paulick
– 12.56 p.m.: Immo Wittig (OBAK e.V.): Virtual church-space exploration of works by Otto Bartning
– 1.08 p.m.: Robert K. Huber: The BHR OX bauhaus reuse on Ernst-Reuter Platz and projects on site – 1.20 p.m.: Ben Buschfeld: Research and restoration of the rentable museum “Tautes Heim
– 13.32 h: Nadia Abdelkaui (Het Schip Museum, Amsterdam): Rungang to “Bruno Taut – Beyond Fantasy” – 13.44 h: Klaus Lingenauber (Landesdenkmalamt Berlin): Preliminary remarks to the following film
– 13.50 h: Closing words of the presentation part
* Note: This is a live event. Individual times may therefore vary.

Moderation
The event will be moderated by the Berlin curatorial team, consisting of
– Robert K. Huber (zukunftsgeraeusche GbR + BHR OX bauhaus reuse) and
– Ben Buschfeld (buschfeld.com + Tautes Heim + Berliner Forum für Geschichte und Gegenwart e.V.)

Film premieres
– 13.00: Berlin Modernist Housing Estates. UNESCO World Heritage with New Radiance
This film, commissioned by the Landesdenkmalamt Berlin (Berlin State Office for the Preservation of Monuments), documents the preservation of historic buildings and interviews representatives of the residents as well as experts from the fields of historic preservation and the history of buildings and gardens.

– 13:45: A Built Promise. Social Housing of Berlin Modernism
The film, produced by Marian Engel and Thomas Krüger on behalf of Deutsche Wohnen SE, explains the urban planning and social concepts as well as architectural features of the six housing estates and presents the perspective of various residents.

Further information can be found at
www.triennale-der-moderne.de

Further offers for UNESCO World Heritage Day 2020
In addition to Berlin, other of the 46 German World Heritage sites have digital offerings available. Corresponding links can be found at www.unesco-welterbetag.de