
BHROX bauhaus reuse Gebäude, Außenansicht, © Photo: zukunftsgeraeusche, 2021
Exposé 2021

BHROX bauhaus reuse auf dem Ernst-Reuter-Platz Plan, © Grafik: zukunftsgeraeusche, 2021
Das BHROX bauhaus reuse ist ein neues transdisziplinäres Zentrum und öffentliches Stadtlabor für Bildung, Forschung, Best-Practice und performative Projekte.

BHROX bauhaus reuse auf dem Ernst-Reuter-Platz, © Photo: zukunftsgeraeusche, 2021
Das BHROX arbeitet «transdisziplinär» nach dem Prinzip eines Real-Labors. Das Angebot ist öffentlich und niedrigschwellig und ermöglicht Projekte im Austausch und auf Augenhöhe zwischen Theorie und Praxis, Zivilgesellschaft und Wissenschaft.
In den kommenden Jahren befasst sich das BHROX mit nachhaltiger Stadtentwicklung, mit der Moderne, mit Baukultur, Politik und Gesellschaft und mit kulturellen Praktiken im urbanen Raum.

BHROX bauhaus reuse auf dem Ernst-Reuter-Platz Plan, © Grafik: zukunftsgeraeusche, 2021
Der gläserne Bau bauhaus reuse (BHR) besteht aus wiederverwendeten [reuse] Fassaden-Elementen aus dem Bauhaus Dessau, aus dessen großer Nachkriegssanierung von 1976.
Der Bau des Pavillons selbst wurde als Bildungsprojekt, als sogenannte «Lehrbaustelle», mit Auszubildenden unterschiedlicher Gewerke erstellt. Unter dem Titel «Bildung Bauen Bauhaus» sind auch transdisziplinäre praktische Projekte – mit akademischen und fachpraktischen Teilnehmer*innen – ein Teil des BHROX Programms.

BHROX fassadenelement, © Grafik: zukunftsgeraeusche, 2021
Der Name bauhaus reuse verweist nicht nur auf die wiederverwendeten Fassadenelemente, sondern auch auf das Prinzip von «Bauplatz» und «Bühne» als transdisziplinäres Umfeld für Bildung, Forschung und Praxis. In diesem Sinne steht bauhaus reuse für das Wiederverwenden und das Weiterdenken der Moderne: «Erbe der Moderne – Zukunft der Stadt».

Ludwig Leo, Ausstellung Unmlauftank, © Photo: zukunftsgeraeusche, 2021
Das BHROX bauhaus reuse wurde von zukunftsgeraeusche (zkg) gegründet und wird gefördert durch den Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Bau wurde mit Unterstützung der Bauhaus Stiftung Dessau, des Bauhaus-Archivs Berlin, der IKEA Stiftung und des Bezirks sowie zahlreichen Sponsoren realisiert.Das BHROX ist Standort für das «Stadtlabor 2050» im Bezirk und Pilot-Plattform für den «Campus Charlottenburg» in Kooperation mit TU Berlin und UdK Berlin.

Ludwig Leo, Ausstellung Unmlauftank, © Photo: zukunftsgeraeusche, 2021
Plattform, Formate, Kapazität, Kooperation
In den letzten drei Jahren wurde das BHROX als öffentliche Projekt-Plattform, Werkstatt, Veranstaltungsort, Bühne und Multimedia-Studio aufgebaut.

Ludwig Leo, Vernissage, © Photo: David Becker, 2021
Das Programm umfasst Hybrid-, Digital- (Live-Stream) und Präsenz-Formate für: Ausstellungen, diskursive Veranstaltungen, Symposien und Konferenzen, Workshops, öffentliche Labs, und Feldstudien, Seminare und Bildungsprojekte (akademisch und/oder praktisch), Kunstprojekte und performative Produktionen.
Die Kapazität reicht von kleinen Gruppen bis zu Indoor-Events mit 100 Personen und größeren Veranstaltungen – durch Einbeziehung der umgebenden Außenflächen und die Nutzung des Pavillons als Bühne kann ein Publikum von 200, 500 oder mehr Personen vor Ort teilnehmen.
Das BHROX arbeitet mit den Berliner Bezirks- und Senatsverwaltungen, mit Universitäten, Berufsschulen, Partner*innen aus Kultur, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Förderpartner*innen zusammen.
Innerhalb der inter- und transdisziplinären Kooperationsstruktur werden Projekte und Veranstaltungen professionell entwickelt und umgesetzt, die aktuelle Fragen und Lösungsansätze für eine nachhaltige Entwicklung behandeln und grundlegende Werte wie Gleichstellung, Beteiligung und Inklusion repräsentieren.
Multifunktionalität, Pandemie-Resilienz
Multifunktionalität, Transparenz und Luftigkeit sind charakteristisch für das bauhaus reuse. Das Gebäude hat sieben Zugänge. Mit einer Schiebefassade öffnet sich das Gebäude zum öffentlichen Raum und ist als Bühne nach außen bespielbar (2). Durch die Doppelfassade können Publikum und Performance getrennt werden und der Umgang bietet eine gläserne Loge (3). Damit hat sich das Gebäude als relativ resilient gegenüber der Pandemie-Situation erwiesen.

BHROX schnitt, © Grafik: zukunftsgeraeusche, 2021
Ort / Ortsbezug
Das bauhaus reuse wurde 2019 auf dem Ernst-Reuter-Platz wiedererrichtet. Die Mittelinsel hat einen Durchmesser von 130 Metern und eine Fläche von ca. 12.250 Quadratmetern. Der Platz ist ein bedeutendes Beispiel des Nachkriegsstädtebaus in West-Berlin und ein Gartendenkmal der Moderne, entworfen von Werner Düttmann, erbaut 1959-1960.

BHROX bauhaus reuse, Lageplan, © Plan: zukunftsgeraeusche, 2019
Für die Standzeit gehen das BHROX und die denkmalgeschützte Mittelinsel eine Symbiose ein. Das Ziel des BHROX ist es die Wertschätzung für den Platz und für die Moderne insgesamt zu steigern, durch Programmbeiträge und konkrete Maßnahmen zur denkmalgerechten Sanierung.
Zuvor wurde das bauhaus reuse von 2015 bis 2018 auf dem Gelände des Bauhaus-Archivs Berlin entwickelt und war dort eine temporäre Erweiterung bis zum Baubeginn des neuen Museumsflügels.
Öffentliche Sichtbarkeit
Als weithin sichtbares Gebäude und Medium in der Stadt erreicht das BHROX alleine durch seine Präsenz große Aufmerksamkeit (mit Rücksicht auf die Fluchtlinien im Ensembleschutz).
Auf dem Gebäude ist eine Art große filigrane Anzeigetafel installiert. Diese Licht- und Kunst- installation mit dem Titel «re:klame» wird von zukunftsgeraeusche für künstlerische Botschaften verwendet, die sich mit wesentlichen Themen der Moderne und Stadtentwicklung befassen.

BHROX con rails, © Grafik: zukunftsgeraeusche, 2021
Diese räumliche Konstellation kann ein großes potenzielles Publikum erreichen. Um eine Größenordnung zu nennen, der Verkehr rund um den Platz zählt 60.000 Autos pro Tag (die meisten leider noch nicht emissionsfrei), zusätzlich tausende von Radfahrer*innen und Fußgänger* innen, Geschäftsleute und Studierende.
Themen, aktuelles Programm und Projekte
Die vorgestellten Themen am BHROX sind nachhaltige Stadtentwicklung, die Moderne, Baukultur, Politik und Gesellschaft und kulturelle Praktiken im urbanen Raum.
Schwerpunkte bilden darin die Themen «Soziale Stadt und Klimaschutz», «Modern Emancipation», «Demokratie und Baukultur», Kreislaufgesellschaft sowie die Zukunft von Bildung und Arbeit. Querschnittsthemen sind Transdisziplinarität, Performativität, Erbe und Entwicklung der Moderne – sowie ein transnationaler Austausch mit Fokus auf Mittel- und Osteuropa.
Nachhaltige Stadtentwicklung
Das «Stadtlabor 2050» vernetzt drei kommunale Sektoren der nachhaltigen Entwicklung – (1) grüne Energie, (2) städtische Mobilität, (3) Wohnen, Gewerbe und öffentlicher Raum – durch Modell-Projekte und mit öffentlichen Dialog-Formaten. Aktuelle Programm-Formate sind das «Ideen- Forum Nachhaltige Stadt» und die neue Best- Practice-Talkreihe «Building Best Practice».
Der «Campus Charlottenburg» ist ein Vorzeigeprojekt zur Förderung des Dialogs zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Eine Reihe von Stakeholder-Workshops am BHROX in 2021 markiert den Start, um neue transdisziplinäre Projekte zu initiieren.
Ein beispielhaftes Projekt ist das am BHROX entwickelte Modell- und Forschungsprojekt «Milieuschutz vs. Klimaschutz?» in Kooperation mit der TU Berlin, den Berliner Bezirken Neukölln und Charlottenburg-Wilmersdorf, gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt.
Kulturelle Praktiken im Urbanen Raum
Mit dem gläsernene Pavillon BHROX ist eine relativ Corona-resilienter Kulturort entstanden, der neue Arbeiten ermöglicht, die eine performative Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist in der Pandemie und mit dem urbanen Raum anregen. Eines der Programme ist «DANCING ON ERNST-REUTER-PLATZ», das unter den Umständen der Pandemie das öffentliche Tanzen als optimistischen Akt der Gemeinsamkeit initiiert und auch insbesondere Menschen mit Behinderungen einschließt. Das Programm «THE ONLY ARTIST – PANDEMIC ESCAPE» ermöglicht – mit dem transparenten Raum im öffentlichen Raum – die Produktion und Aufführung von Kunst- und Performance-Projekten gleichzeitig «isoliert» und vor öffentlichem Publikum.
Transdisziplinäre Bildung
Das BHROX ist Raum für Seminare und Workshops in Kooperation mit den Universitäten TU Berlin und UdK Berlin. Dazu werden ebenso kooperative Seminar-Projekte entwickelt und angeboten.
Im Sommer 2020 fanden Seminare zur Geschichte und Zukunft des Ernst-Reuter-Platzes satt, im Wintersemester 2020/21 an der UdK Berlin ein Seminar zum Werk Werner Düttmanns, das in der Ausstellung «Berlin ist viele Städte.» mündet, die im BHROX zum Rundgang der Udk Berlin 2021 gezeigt wurde.
Unter dem Motto «Bildung Bauen Bauhaus» bietet das BHROX praktische Bildung in nachhaltigem Bauen und Denkmalschutz an. Anschließend an den Bau des bauhaus reuse als Lehrbaustelle mit Auszubildenden der Knobelsdorff-Schule Berlin (Staatliches Oberstufenzentrum Bautechnik I), wird das Bildungsangebot mit einem Praktikumsprogramm fortgesetzt.
Ein nächstes Bildungs- und Best-Practice-Projekt ist die «Denkmalgerechte Sanierung der Platzmöblierung auf dem Ernst-Reuter-Platz».
Moderne, Gesellschaft, Politik, Baukultur
Hauptthemen am BHROX sind gesellschaftliche Emanzipation, Frauen-Emanzipation und Gendergerechtigkeit unter dem Titel «Modern Emancipation» – u.a. in Kooperation mit dem Zentrum für interdisziplinäre Frauen und Geschlechterforschung (ZIFG) der TU Berlin – sowie die Entwicklung der Moderne und Demokratisierung in einer transnationalen Perspektive auf Mitteleuropa, begonnen mit dem Festival «re:bauhaus» in 2019. Dies beinhaltet das Thema «Politik und Baukultur» zur Verantwortung von Baukultur für die demokratische Entwicklung. Zum Thema «Modern Emancipation» finden die nächsten Aktivitäten im Rahmen des Festivals «Women in Architecture» statt, mit der Ausstellung «Frau Architekt*in» von Architekturmuseum Berlin, Architektenkammer Berlin und TU Berlin, die im BHROX gezeigt wird. Dazu kuratiert das BHROX ein Programm aus Side-Events mit feministischen Audio-Walks der Gruppe «fem_arc» (UdK Berlin).
Für das Festival «Triennale der Moderne» ist das BHROX ein Hub für transnationale Veranstaltungen in Berlin. Das Festival wurde 2013 in den Städten Berlin, Dessau und Weimar ins Leben gerufen und umfasst große und kleine Institutionen in einem bottom-up Netzwerk. Für die Triennalen in 2022 und 2025 ist ein europäisches Netzwerkprojekt mit Partner*innen aus Mittel- und Osteuropa geplant.
Partner*innen, Unterstützer*innen & Kontakt
BHROX bauhaus reuse auf dem Ernst-Reuter-Platz ist ein Projekt von zukunftsgeraeusche, in Kooperation mit dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, sowie in Kooperation mit TU Berlin und UdK Berlin.
Errichtet wurde das bauhaus reuse als Lehrbaustelle mit dem Staatlichen Oberstufen- Zentrum Knobelsdorffschule Berlin.
Unterstützer*innen und/oder Programm- Partner*innen seit 2019 (Auswahl):
Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, Stiftung Bauhaus Dessau, IKEA Stiftung, TU Berlin, UdK Berlin, Knobelsdorffschule Berlin, Bundeszentrale für politische Bildung, Architektenkammer Berlin, Goethe Institut, Bundesstiftung Baukultur, Deutsch Tschechischer Zukunftsfonds, Nationalgalerie Prag, curatorial collaborative, PLATO Ostrava, buschfeld.com, Cologne Games Lab, Bildungsverein Bautechnik, Kompetenzzentrum Großsiedlungen, GJA – Gesellschaft zur Erforschung des Lebens jüdischer Architekt*innen, Landesdenkmalamt Berlin, Senatsverwaltung für Kultur und Europa von Berlin, Kulturprojekte Berlin, Architekturmuseum Berlin, Bezirksamt Neukölln, Deutsche Bundesstiftung Umwelt u.v.a.
Sponsorings:
DLW Gerflor, Tremco Illbruck, Pohl-Con, Warema, MAPEI, L&C Stendal, Dr. Schutz Group, unifloor, ASIX, WALL u.a.