Titelseite der Publikation «Osteuropäische Moderne», hrsg. von Jörg Gleiter, Günter Schlusche und Ines Sonder, © Grafik: GjA

Buchvorstellung: «”Osteuropäische” Moderne – Beiträge jüdischer Architekten und Architektinnen»

Am 13. November um 18:00 Uhr wird die Publikation «”Osteuropäische” Moderne – Beiträge jüdischer Architekten und Architektinnen», herausgegeben von Jörg Gleiter, Günter Schlusche und Ines Sonder, vorgestellt.

Das Werk ist die erste umfassende Untersuchung, die den prägenden Einfluss jüdischer Architektinnen und Architekten aus den osteuropäischen Ländern auf die Reformbewegungen des frühen 20. Jahrhunderts in Architektur und Städtebau beleuchtet. Diese Akteur*innen hatten maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Neuen Bauens, das nicht nur die internationale Moderne, sondern auch die Identität vieler Städte in den neu entstandenen Nationalstaaten Osteuropas zwischen 1918/19 und 1939 formte.

Die Publikation setzt sich kritisch mit der lange vorherrschenden „Ost-West-Asymmetrie“ (Martin Kohlrausch) in der Rezeption der Moderne auseinander und rückt die Leistungen jüdischer Architekturschaffender ins Zentrum. Ihre Werke markieren einen Höhepunkt moderner Architektur, ehe die nationalsozialistische Rassenpolitik ab Ende der 1930er Jahre auch in Osteuropa zunehmend zur Verfolgung, Vertreibung, ins Exil oder in den Tod führte.

Das Buch basiert auf einer internationalen Tagung im Rahmen der Triennale der Moderne 2019 und versammelt Beiträge von 14 renommierten Autor*innen aus 10 Ländern. Ergänzend dazu wird ein internationales Symposium die Ergebnisse würdigen und weiterführend diskutieren.

Unter den Referent*innen der Veranstaltung sind u. a. Bohdan Cherkes (Polytechnische Nationale Universität Lviv), Jörg Gleiter (TU Berlin), Zuzana Cimprichova-Güllendi (Universität Bamberg), Robert K. Huber (Triennale der Moderne, zukunftsgeraeusche GbR) und Beate Störtkuhl (Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg).