the elements

bauhaus reuse at Bauhaus-Archiv, Berlin, 2015-2018, © schnepp-renou

reuse. Als Ende 2011 die Sanierungsarbeiten am Bauhaus-Gebäude in Dessau begannen, betraf dies u.a. den Austausch der Fenster aus dem Jahr 1976, die anlässlich des 50-jährigen Bauhaus-Jubiläums durch eine Sanierung der DDR bereits erneuert worden waren und die Originale von 1925/26 ersetzt hatten. Der Ausbau der Fenster ist vor allem auf energetische Gründe zurückzuführen, so war durch die übergroßen Elemente mit Einscheibenverglasung und ungedämmten Stahlprofilen vor allem der Betrieb des Gebäudes in den Wintermonaten immer kostspieliger geworden. Zudem führte der unzureichende Sonnenschutz im Sommer in vielen Räumen zu Überhitzung.

Ursprünglich ist das Bauhaus-Gebäude in Dessau mit verschiedenen Typen von Fenstern aus Stahl versehen worden, die anlässlich des 50-jährigen Bauhaus-Jubiläums durch Nachbildungen ausgetauscht wurden. Die Nachbildungen konnten aufgrund eines Fenstersegments, das bis 1976 erhalten und von Kriegszerstörungen weitgehend verschont blieb, weitgehen originalgetreu rekonstruiert werden.

Das bauhaus reuse übernimmt mit den Bauhaus-Fenstern neben deren an Transparenz und Lichtdurchflutung orientierte Architektursprache der Moderne auch die althergebrachten Probleme dieser Fassaden-Bauweise, wobei dies als Teil des Konzepts mit einer experimentellen Umsetzung aufgegriffen wird. Die Bauhaus-Fenster stellen den technischen Stand von vor beinahe 40 bzw. – da es sich um einen Nachbau des Originals handelt – von vor beinahe 90 Jahren dar. Das Ziel des Projekts ist dabei die Wiederverwendung mit der geringstmöglichen Veränderung und damit, neben der wiederholbaren Demontierbarkeit der Bauteile, auch die bewusste Thematisierung des Wandels an die Anforderungen im Bauen.

Die Fenster wurden dabei nicht in der ursprünglichen Art und Weise verbaut, d.h. als Fassade eines Skelett-Massiv-Baus, sondern für sich alleine und herausgestellt vor ein ebenso filigranes Stahltragwerk gehängt. Hierbei wurde in einer einfachen Form des Bauens vorgegangen, mit dem Vorhandenen gearbeitet und neben dem Tragwerk nur in geringfügigem Maße Neues ergänzt. Die Aussteifung des Baus erfolgt unter anderem mit Seecontainern, die sich im Inneren befinden und als opake Raumzellen für Sanitär- und Lagerraum genutzt werden. bauhaus re use ist vollständig de- und remontierbar, wodurch alle Bestandteile des etwa 174 qm umfassenden temporären und mobilen Gebäudes ressourcenschonend und nachhaltig wiederverwendbar sind.

Das bauhaus reuse bringt damit Bauteile aus einem früheren bauhistorischen Stand in eine neue herausfordernde bauliche Situation, stellt diese den Erwartungen an das heutige Bauen gegenüber und verbindet dies auf experimentelle Weise mit den Ansprüchen an ein ressourcenschonendes Recycling- bzw. Re-Use-Gebäude, das auf der Basis dieser experimentellen Auseinandersetzung mit Ressourcen und Bauweisen einen zukunftsweisenden Ansatz bietet. Das klimatische Konzept wird dabei mit passiven Maßnahmen als „Low-Tech-Lösung“ umgesetzt. Die Klimatisierung wird in experimenteller Absicht über einfache Maßnahmen und ohne technische Gebäudeausstattung geregelt. Zum Einsatz kommen natürliche Belüftung, die auf den bereits vorhandenen und zu seiner Zeit vorausschauenden Lüftungsmöglichkeiten der Fenster-Elemente aufbaut, sowie abgestimmte Vorhänge zum Sonnen- und Wärmschutz, wie diese im Sinne des einfachen Bauens bei verschiedenen vergleichbaren Bauten praktische Anwendung finden.

die Elemente

 

bauhaus reuse at Bauhaus-Archiv, Berlin, 2015-2018, © schnepp-renou

reuse. When renovation work on the Bauhaus building in Dessau began at the end of 2011, this involved, among other things, the replacement of the windows from 1976, which had already been renewed on the occasion of the 50th anniversary of the Bauhaus by a GDR renovation and had replaced the originals from 1925/26. The removal of the windows was primarily due to energy-related reasons; the oversized elements with single-pane glazing and uninsulated steel profiles had made it increasingly costly to operate the building in the winter months in particular. In addition, the inadequate sun protection in summer led to overheating in many rooms.

Originally, the Bauhaus building in Dessau was equipped with various types of steel windows, which were replaced with replicas on the occasion of the 50th anniversary of the Bauhaus. The replicas could be reconstructed largely true to the original due to a window segment that was preserved until 1976 and largely spared from wartime destruction.

With the Bauhaus windows, the bauhaus reuse not only adopts the architectural language of modernism, which is oriented towards transparency and the flooding of light, but also the traditional problems of this façade construction method, whereby this is taken up as part of the concept with an experimental implementation. The Bauhaus windows represent the technical state of the art of almost 40 years ago or – since it is a replica of the original – of almost 90 years ago. The aim of the project is the reuse with the least possible change and thus, in addition to the repeatable dismantling of the components, also the conscious thematization of the change to the requirements in building.

The windows were not installed in the original way, i.e. as the façade of a skeleton-solid building, but were hung on their own and singled out in front of an equally filigree steel structure. In this case, a simple form of construction was used, working with what was already there and adding new elements to the structure only to a minor extent. The bracing of the structure is done, among other things, with sea containers, which are located inside and used as opaque room cells for sanitary and storage space. bauhaus reuse is completely disassemblable and reassemblable, which means that all components of the temporary and mobile building, which covers approximately 174 square meters, can be reused in a resource-saving and sustainable manner.

The bauhaus reuse thus brings components from an earlier state of building history into a new challenging structural situation, juxtaposes them with the expectations of today’s building and combines this in an experimental way with the demands of a resource-saving recycling or re-use building, which offers a forward-looking approach based on this experimental examination of resources and building methods. The climatic concept is implemented with passive measures as a “low-tech solution”. The air-conditioning is controlled in experimental intention by simple measures and without technical building equipment. Natural ventilation is used, which builds on the ventilation possibilities of the window elements that already existed and were foresighted at the time, as well as coordinated curtains for sun and heat protection, as these are used in practice in various comparable buildings in the sense of simple construction.