
archint at BHROX 2025: In Between, © Grafik: Adéla Vavříková / TZB, 2024
archint at BHROX 2025:
“Kein Abriss – Im Umgang mit kommunalen und soziokulturellen Gebäuden der Spätmoderne in Tschechien und Deutschland”
Nachmittagsworkshop – Fachworkshop
“How to avoid Demolition – comparing in Czechia and Germany”
Nachmittags findet von 14:30 bis 17:00 Uhr ein Fachworkshop für Expert*innen und registrierte Gäste statt.
Thema: “How to avoid Demolition – comparing in Czechia and Germany”
Nicht öffentlich (begrenzte Platzzahl), Eintritt frei, Registrierung mit Anmeldung via Eventbrite.
Veranstaltungssprache: Englisch

archint event no. 3, presentations and discussion, © Photo: Zuzana-Markéta Macková, 2025
Welche gesellschaftliche oder kulturelle Rolle spielen kommunale und soziokulturelle Bauten, die in der Spätmoderne entstanden sind, in der Stadt und in heutigen Stadtentwicklungsplanungen in Tschechien und Deutschland? Wie haben sich ihre Wahrnehmung und Rollen in den letzten Jahren geändert, inbesondere nach der politischen Wende von 1989? Welche architektonischen, denkmalpflegerischen und sozialen Argumente sprechen für ihren Erhalt? Und wie kann eine angemessene Transformation dieser Bauten gelingen?
Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der dritten Veranstaltung der Reihe “archint at BHROX”, die im Rahmen des Festival-Programms der “Triennale der Moderne 2025” sowie der ersten Pilotausgabe “ETOMpilot2025-Festival” der “ETOM – European Triennial of Modernism” am BHROX bauhaus reuse in Berlin stattfindet.
archint event no. 3, presentations and discussion, © Photo: Zuzana-Markéta Macková, 2025
Die Diskussionsveranstaltung widmet sich bestehenden, in Wandlung begriffenen, umgenutzen oder akut vom Abriss bedrohten Kulturbauten, Gemeindebauten, Rathäusern und Einkaufszentren in Deutschland und Tschechien. Aus tschechischer Perspektive sprechen wir unter anderem über ikonische Bauwerke wie das heutige CAMP, das in den gefährdeten Gebäuden des ehemaligen Verbands projektierender Ateliers von Karel Prager untergebracht ist, das von demselben Architekten entworfene Theatergebäude der Neuen Szene, das Haus der Wohnkultur (DBK) sowie das Gebäude der Tschechischen Botschaft in Berlin von Věra Machoninová und ihrem Ehemann. Ein besonderer Fokus liegt auch auf dem Phänomen der weniger bekannten Kulturhäuser, die während des Kommunismus in nahezu jeder Stadt errichtet wurden. Demgegenüber stehen Bauten aus Ost und West in Berlin und deutschlandweit – etwa die ikonischen Berliner Gebäude ICC und Mäusebunker oder die umkämpfte Robotron-Kantine in Dresden.
Diese Bauwerke der 1960er- bis 1980er-Jahre erfüll(t)en wichtige Funktionen für das gesellschaftliche Leben in der Stadt und/oder ihrer Nachbarschaften und rücken heute erneut ins Zentrum städtebaulicher Debatten. Diskutiert werden architektonische Konzepte, Umnutzungspotenziale und erinnerungskulturelle Werte dieser Bauten auf beiden Seiten des ehemaligen sogenannten Eisernen Vorhangs.
Impulsbeiträge:
- Michaela Janečková, Forschungsmitarbeiterin am Department für kunsthistorische Topographie des Instituts für Kunstgeschichte (IAH) der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik (CAS), Herausgeberinnen der Publikation Aufklärung, Kultur, Freizeit: Kulturhäuser in der Tschechoslowakei (Enlightenment, Culture, Leisure: Houses of Culture in Czechoslovakia, VIPER, UMPRUM, 2023)
- Gunnar Klack, Architekt und Journalist, Denkmalschutz-Gutachter, Mitglied des Deutschen Nationalkommitees von ICOMOS. Leitete gemeinsam mit Felix Torkar und Ludwig Heimbach die Initiative zum Erhalt des Mäusbunkers, promovierte über das Werk der Architekten Hermann Fehling und Daniel Gogel, publizierte zum Umgang mit problematischen Technikdenkmalen (Nuclear Heritage), Kommentator und Architekturkritiker bei Deutschlandfunk Kultur
Podiumsteilnehmer*innen:
- Marco Dziallas, Vernetzer rund um das Thema Denkmalpflege, Baukultur, Ostmoderne und Industriekultur stellt den Fall Kantine Robotron Dresden, Initiative von ostmodern.org, vor
- Kristýna Drápalová, Kunsthistorikerin, Expertin für den öffentlichen Raum und Prager Stadtverordnete für die Bewegung Praha sobě
- Yvette Vašourková, Tschechische Architektenkammer (ČKA)
- Wiebke Ahues, Vizepräsidentin Architektenkammer Berlin (AkB)
Über die Reihe archint at BHROX
Die Reihe archint at BHROX bringt Fachleute und Interessierte aus Deutschland und Tschechien zusammen, um aktuelle Themen rund um Architektur, Stadtentwicklung und Baukultur zu diskutieren. Unter dem Jahresthema “In Between” widmen sich die Veranstaltungen 2025 nachhaltigem Bauen, öffentlichem Raum, Frauen in der Architektur sowie dem Umgang mit der Bausubstanz der Spätmoderne.
Die Reihe wurde vom Tschechischen Zentrum Berlin und BHROX bauhaus reuse initiiert und wird in Kooperation mit der Architektenkammer Berlin, der Tschechischen Architektenkammer (ČKA), der Nationalgalerie Prag sowie für diese Veranstaltung mit der Berlinischen Galerie – Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur umgesetzt und der Bezirksamt Charlottenburg Wilmersdorf.
Die Veranstaltungsreihe ist zudem Teil des europäischen Netzwerks ETOM NEB Lab im Rahmen des New European Bauhaus, das den Austausch über nachhaltige Architektur und Baukultur fördert und von rund 40 Institutionen aus 15 Ländern unterstützt wird.
Die Reihe wird gefördert durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.