archint event no. 2, presentations and discussion, © Photo: Zuzana-Markéta Macková, 2025

archint at BHROX 2025: “Women in architecture after 1945 in Czechoslovakia and Germany”

Teil des Women in Architecture (WIA) Festivals 2025

Wie haben sich die Arbeitsbedingungen von Architektinnen in der Tschechischen Republik (Tschechoslowakei) und Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute entwickelt? Welche Werke und welche Spuren haben Architektinnen hinterlassen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des zweiten Abends der neu aufgelegten Reihe archint at BHROX, der im Rahmen des Women in Architecture (WIA) Festivals 2025 stattfindet.

Die Diskussionsveranstaltung “Women in architecture after 1945 in Czechoslovakia and Germany” beleuchtet die beruflichen Rahmenbedingungen und das architektonische Schaffen von Architektinnen in der Tschechischen Republik (Tschechoslowakei) und Deutschland – von der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart.

Den Blick in die Vergangenheit eröffnen zwei Impulsvorträge:

  • Elke Krasny, Professorin für Kunst und Bildung an der Akademie der bildenden Künste Wien, feministische Kulturtheoretikerin, Stadtforscherin, Kuratorin und Autorin. Ihr international vielbeachtetes Werk fokussiert sich auf soziale und ökologische Gerechtigkeit, Care-Praktiken in der Architektur sowie die Auswirkungen des Urbanismus in der globalen Gegenwart. Krasny war Ko-Kuratorin der Ausstellung und Publikation „Critical Care: Architecture for a Broken Planet“ (w. Angelika Fitz; MIT Press, 2019).

”Von Ost nach West: Architekturgeschichte neu denken aus feministischer Perspektive
In ihrer Keynote geht Elke Krasny der Frage nach, wie wir heute Architekturgeschichte schreiben – und warum das wichtig ist. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Gerechtigkeit in der Wissensproduktion, insbesondere wie Geschlecht beeinflusst, welche Geschichten erzählt – oder ausgelassen – werden. Sie reflektiert über die sich wandelnden politischen und ideologischen Erzählungen, die unser Verständnis von Architektur in Ost und West, unter Kommunismus und Kapitalismus, geprägt haben. Krasny plädiert für eine stärker verortete und inklusivere Herangehensweise. Ausgehend von feministischem Denken spricht sie sich dafür aus, komplexe, lokale und manchmal auch widersprüchliche Geschichten zu erzählen – über das Bauen, Nutzen, Pflegen oder auch den Abriss von Architektur –, um die dominanten, oft ausschließenden Versionen der Architekturgeschichte herauszufordern.” Elke Krasny

  • Helena Huber-Doudová, Kuratorin der Architektursammlung der Nationalgalerie Prag, präsentiert die professionelle Arbeitsbedingungen von tschechischen Architetinnen nach 1945 anhand ihrer Forschung im Rahmen des Forschungsprojekts „Frauen in der Architektur 1945–2000“, das in Zusammenarbeit mit der Prager Akademie für Kunst, Architektur und Design (UMPRUM) entwickelt wurde. Das Projekt dokumentiert und interpretiert die Werke und das Schaffen tschechischer Architektinnen im gesellschaftlichen und politischen Kontext, inkl. online Architektinnen-Datenbank (www.zenyvarchitekture.cz/en).

”In ihrer Keynote präsentiert Helena Huber-Doudová, Kuratorin der Architektursammlung der Nationalgalerie Prag (NGP), wichtige Ergebnisse einer Studie über die Karrierewege und Werke tschechischer Architektinnen zwischen 1945 und 1989. Die Studie ist Teil des bahnbrechenden Forschungsprojekts „Frauen in der Architektur in der Tschechischen Republik 1945–2000“, das von der NGP in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste, Architektur und Design in Prag entwickelt und von der Tschechischen Wissenschaftsstiftung unterstützt wurde. Die Präsentation umfasst auch die Forschungsdatenbank zenyvarchitekture.cz (https://zenyvarchitekture.cz/en), ein Ergebnis der Teamarbeit, die 105 Biografien tschechischer Architektinnen der Nachkriegszeit umfasst, einschließlich einer Liste ihrer Werke und ihrer wichtigsten Architektur- und Designprojekte, und neue Perspektiven für die Geschichtsschreibung, Sammelpraktiken und den Architekturkanon bietet.” Helena Huber-Doudová

Im anschließenden Podiumsgespräch kommen Vertreterinnen der tschechischen und deutschen Architekturszene zusammen, um über historische Erkenntnisse, aktuelle Herausforderungen und die Stärkung grenzüberschreitender Netzwerke zu diskutieren.

Podiumsteilnehmer*innen:

  • Elke Krasny, Professorin, Akademie der Bildenden Künste Wien, feministische Kulturtheoretikerin, Stadtforscherin und Kuratorin
  • Helena Huber-Doudová, Kuratorin der Architektursammlung der Nationalgalerie Prag
  • Markéta Zdebská, erste Vizepräsidentin der Tschechischen Architektenkammer (ČKA) und Leiterin der Arbeitsgruppe für Gleichstellung
  • Ursula Müller, Leiterin der Architektursammlung, Berlinische Galerie – Museum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, mit einer kurzen Präsentation zur aktuellen Ausstellung „Genossin Architekt, Kollegin Architekt – Frauen bauen Berlin, die Hauptstadt der DDR“
  • Susanne Sturm, Dipl.-Ing. Geschäftsführende Gesellschafterin bei CKRS Architektengesellschaft, Mitglied der Vertreterversammlung der Architektenkammer Berlin (AkB) für den BDA
  • Elke Duda, Architektin, Mitbegründerin von n.ails e.V. – Berliner Architektinnen & Planerinnen Netzwerk, Initiatorin des WIA Festivals 2021, Mitglied im Beirat von WIA25
  • Marcela Steinbachová, MgA. PhD., Architektin und Gründerin der Festivals Den Architektury / Tag der Architektur und Film a architektura / Film und Architektur – 2025 mit thematischem Fokus auf weibliche Perspektiven in Architektur und Stadt

Moderation:

Simona Binko und Robert K. Huber

Die Veranstaltung wurde mit Helena Huber-Doudová konsultiert und entwickelt.

Um Anmeldung wird via Eventbrite gebeten.
Veranstaltungssprache: Englisch

Im Rahmen des Women in Architecture (WIA) Festivals 2025 werden außerdem zwei ergänzende Veranstaltungen angeboten:

A) Vertiefungsworkshop für Fachpublikum am 24.06.2025, 14:30
Der Workshop findet am Nachmittag vor der Abendveranstaltung statt und knüpft thematisch an das Schwerpunktthema „Architektinnen nach 1945 in der Tschechoslowakei und in Deutschland“ an. Die Teilnahme ist nur für registrierte Fachleute möglich, wir bitten um Anmeldung unter: https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSd7uvrCCWrlkS3J-LYKtpxhRNflspBB-sekdbDessURuALhUQ/viewform

B) Dialogische Führung durch die Ausstellung „Genossin Architekt, Kollegin Architekt – Frauen bauen Berlin, die Hauptstadt der DDR“ von Katharina Deppisch, Berlinische Galerie und Helena Huber-Doudová, Nationalgalerie Prag, am 7. Juli 2025 um 14:00 Uhr
In Kooperation mit der Berlinischen Galerie, der Nationalgalerie Prag, dem Tschechischen Zentrum Berlin und BHROX, ein Teil der Reihe archint im BHROX. Zu Gast ist Helena Huber-Doudová, die die tschechische Perspektive einbringt.

Über die Reihe archint at BHROX
Die Reihe archint at BHROX bringt Fachleute und Interessierte aus Deutschland und Tschechien zusammen, um aktuelle Themen rund um Architektur, Stadtentwicklung und Baukultur zu diskutieren. Unter dem Jahresthema “In Between” widmen sich die Veranstaltungen 2025 nachhaltigem Bauen, öffentlichem Raum, Frauen in der Architektur sowie dem Umgang mit der Bausubstanz der Spätmoderne.

Die Reihe wurde vom Tschechischen Zentrum Berlin und BHROX bauhaus reuse initiiert und wird in Kooperation mit der Architektenkammer Berlin, der Tschechischen Architektenkammer (ČKA), der Nationalgalerie Prag sowie für diese Veranstaltung mit der Berlinischen Galerie – Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur umgesetzt und der Bezirksamt Charlottenburg Wilmersdorf.
Die Veranstaltungsreihe ist zudem Teil des europäischen Netzwerks ETOM NEB Lab im Rahmen des New European Bauhaus, das den Austausch über nachhaltige Architektur und Baukultur fördert und von rund 40 Institutionen aus 15 Ländern unterstützt wird.

Die Reihe wird gefördert durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.

archint event no. 2, presentations and discussion, © Photo: Zuzana-Markéta Macková, 2025

archint at BHROX 2025: “Women in architecture after 1945 in Czechoslovakia and Germany”

Part of the Women in Architecture (WIA) Festival 2025

How have the working conditions of female architects in the Czech Republic (Czechoslovakia) and Germany evolved from the post-World War II period to the present day? What works and legacies have female architects left behind? These questions are at the center of the second evening of the newly launched series archint at BHROX, which takes place as part of the Women in Architecture (WIA) Festival 2025.

The panel event “Women in Architecture after 1945 in Czechoslovakia and Germany” explores the professional conditions and architectural contributions of female architects in the Czech Republic (formerly Czechoslovakia) and Germany – from the post-war period to the present.

Two keynote lectures open the historical perspective:

  • Elke Krasny, Professor of Art and Education at the Academy of Fine Arts Vienna, feminist cultural theorist, urban researcher, curator, and author. Her internationally recognized work focuses on social and ecological justice, care practices in architecture, and the effects of urbanism in today’s global context. Krasny co-curated the exhibition and publication “Critical Care: Architecture for a Broken Planet” (with Angelika Fitz; MIT Press, 2019).

”From East to West: Rethinking Architectural History Through Feminist Lenses
In her keynote, Elke Krasny explores how we write the history of architecture today, and why it matters. She focuses on questions of justice in knowledge production, especially how gender influences which stories are told—or left out. Reflecting on the shifting political and ideological narratives that have shaped our understanding of architecture in both East and West, under communism and capitalism, she calls for a more grounded and inclusive approach. Drawing from feminist thought, she advocates for telling complex, local, and sometimes messy stories—about building, using, caring for, or even tearing down architecture—in order to challenge the dominant, often exclusionary versions of architectural history.” Elke Krasny

  • Helena Huber-Doudová, Curator of the Architecture Collection at the National Gallery in Prague, presents the professional conditions of Czech female architects after 1945 based on her research as part of the project “Women in Architecture 1945–2000”, developed in cooperation with the Academy of Arts, Architecture and Design in Prague (UMPRUM). The project documents and interprets the work and legacy of Czech female architects in social and political contexts, including an online architects database (www.zenyvarchitekture.cz/en).

”In her keynote, Helena Huber-Doudová, curator of the Architecture Collection at the National Gallery Prague (NGP) presents key findings from a study on career trajectories and works of Czech women architects between 1945 and 1989. It was a part of a groundbreaking research Women in Architecture in Czech Republic 1945-2000, developed in the NGP in cooperation with the Academy of Arts, Architecture and Design in Prague and supported by the Czech Science Foundation.

The presentation also features the research database zenyvarchitekture.cz (https://zenyvarchitekture.cz/en), a result of a team effort, which maps 105 biographies of postwar Czech women architects, including a list of works and their major architecture and design projects, offering new perspectives for historiography, collecting practices, and the architectural canon.” Helena Huber-Doudová

Following the lectures, a panel discussion brings together representatives from the Czech and German architectural scenes to discuss historical findings, current challenges, and the strengthening of cross-border networks.

Panel Participants:

  •  Elke Krasny, Professor, Academy of Fine Arts Vienna, feminist cultural theorist, urban researcher, and curator
  •  Helena Huber-Doudová, Curator of the Architecture Collection at the National Gallery Prague
  •  Markéta Zdebská, First Vice President of the Czech Chamber of Architects (ČKA) and head of the Equality Working Group
  • Ursula Müller, Head of the Architecture collection, Berlinische Galerie – Museum of Modern Art, Photography and Architecture, with a short presentation on the current exhibition “ Comrades and team players: Women who built Berlin, capital of the GDR”
  • Susanne Sturm, Dipl.-Ing. Managing Partner at CKRS Architektengesellschaft, Member of the Representative Assembly of the Berlin Chamber of Architects (AkB) for the BDA
  • Elke Duda, Architect, Co-founder of n.ails e.V. – Berlin Women Architects & Planners Network,Initiator of the WIA Festival 2021, Member of the Advisory Board for WIA25
  • Marcela Steinbachová, MgA. PhD., Architect and Founder of the festivals Den Architektury / Day of Architecture and Film a architektura / Film and Architecture – with a 2025 focus on female perspectives in architecture and the city

The event offers an opportunity to build bridges between research and practice and to engage in dialogue about the professional and societal image of female architects in both countries.

Moderators:
Simona Binko and Robert K. Huber

The event was consulted and developed with Helena Huber-Doudová.

Registration:
Please register via Eventbrite.
Event language: English

The Women in Architecture (WIA) Festival 2025 will also feature two complementary events:

A) In-depth workshop for professionals on 24.06.2025, 14:30

The workshop will take place in the afternoon before the evening event and is thematically linked to the main topic “Women Architects after 1945 in Czechoslovakia and Germany ”. Participation is only possible for registered experts, please register via this link: https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSd7uvrCCWrlkS3J-LYKtpxhRNflspBB-sekdbDessURuALhUQ/viewform

B) Dialogical guided tour through the exhibition “Comrades and team players: Women who built Berlin, capital of the GDR” by Katharina Deppisch, Berlinische Galerie and Helena Huber-Doudová, National Gallery Prague, on July 7, 2025 at 14:00

In cooperation with the Berlinische Galerie, National Gallery Prague, Czech Centre Berlin and BHROX, a part of the series archint at BHROX. The guest speaker will be Helena Huber-Doudová, who will contribute with the Czech perspective.

 

About the archint at BHROX series
archint at BHROX is an initiative of BHROX bauhause reuse and the Czech Center Berlin to promote transnational dialogue on building culture, architecture, urban development, and art in public spaces between Germany and the Czech Republic.
The series is implemented in cooperation with and supported by the Chamber of Architects Berlin (AkB), the Czech Chamber of Architects (ČKA), the National Gallery Prague, and other partners. Furthermore, the series is a milestone project of the transnational “ETOM NEB Lab” within the framework of the “New European Bauhaus” (NEB) and the “ETOM – European Triennial of Modernism” network, which promotes exchange on the legacy and future of trans-European modernism, with the participation of around 40 organizations from 15 countries.
This project is supported by  Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.